Oberfränkin Monika Hohlmeier?

Mittwoch, 17. Dezember 2008 |  Autor:

Was tut man, wenn man bei der Wahl nicht genug Stimmen bekommen hat um alle „Spezln“ in den Landtag zu befördern? Richtig, man lässt die letzten – bevor sie die Hunde beissen – in einer anderen Region antreten.

So tun es (wieder einmal?) die Oberbayern: Strauß-Tochter Monika Hohlmeier schaffte es bei der letzten Wahl nicht mehr ins Maximilianeum, darum verfrachtet man sie nun einfach nach Oberfranken, damit sie dort als „fränkische Vertreterin“ für das Europaparlament kandidieren kann.

Das allein klingt schon nach einem Witz – dass aber nun aber der CSU-Bezirksvorstand sie auch noch einstimmig wählte und lieber auf 4 Bewerber aus den eigenen Reihen verzichtete, ist mehr als nicht nachvollziehbar. Hartmut Koschyk, der Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe meinte gegenüber dem Bayreuther Sonntag: „Monika Hohlmeier ist eine politische Persönlichkeit, die von Oberfranken aus, hervorragend auf europäischer Bühne wirken wird„.

Dass Frau Hohlmeier „die beste Vertreterin“ Oberfrankens in Europa sein würde, begründet Herr Koschyk darauf, dass die in München geborene und in Rott am Inn aufgewachsene 46jährige ihren Wohnsitz in den Regierungsbezirk verlegen wird. Laut TZ-online ist das Vorhaben aber gelinde gesagt halbherzig: Ob ihr Ehemann Michael mit umziehen wird ist unklar, „ihre beiden Kinder dürfen weiter in Vaterstetten wohnen„. Weiter amüsiert sich die TZ:

…Nach der Wahlfälscher-Affäre der Münchner CSU von 2004 und dem Rücktritt als Ministerin hätte sie hier niemals einen Listenplatz bekommen. Die Oberfranken wiederum suchen seit Wochen einen bekannten Kandidaten…

Und bezeichnet Oberfranken als „Zonenrandgebiet“. Die Sueddeutschen Zeitung – mag man sie für peinlich und unangemessen halten – ist diesmal nicht mal so anti-fränkisch und verweist auf die Wahlergebnisse: „Denn bisher hatten sie dort (in Oberfranken) immer zu hören bekommen, dass diejenigen am meisten Posten bekommen, die am besten gearbeitet und die meisten Stimmen eingefahren haben„.Tja, nicht wenn es um die Machtansprüche der Oberbayern geht!

Zur Duckmäusigkeit des CSU-Landesgruppe meint die Bayreuther Grünen-Abgeordnete Ulrike Gote gegenüber inFranken.de, dass „Monika Hohlmeier schon immer eine Oberbayerin gewesen sei, ohne ein besonderes Auge für Oberfranken bewiesen zu haben„. Diese „Kandidatur im Bezirk sei ein Armutszeugnis für die CSU vor Ort“ und „der ganze Vorgang sei schlicht beschämend„.

Umfrage: Was halten Sie von dieser Entscheidung? Mitmachen!!

Ich muss mir die ganze Zeit die Frage stellen, wer da jetzt hohl ist! Das ganze zeigt doch mal wieder was wir Franken von unseren CSU-Abgeordneten (den meisten) zu erwarten haben! Nämlich nix! Die paar, die sich für ihre fränkische Heimat einsetzen, werden im Zweifelsfall nicht nach vorne gelassen!
Aber dass wir für die Oberbayern nur die „Reserve“, das „Entwicklungsland“ darstellen, um ihre Auslaufmodelle „an den Mann zu bringen“ war mir persönlich schon vorher klar!

Darum gibt es nur eines: In Zukunft fränkisch wählen!

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Thema: Franken allgemein

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15 Kommentare

  1. 1
    jOjO 

    Spätestens seitdem der Franke Beckstein durch seine oberbayerischen Parteifreunde aus dem Amt gemobbt wurde und die „fränkische“ CSU dieses Vorgehen noch widerstandslos mit der Wahl des Oberbayern Seehofers belohnt hat, ist es offensichtlich: Die CSU Franken hat nichts zu sagen, sondern dient nur als Mehrheitsbeschaffer für oberbayerische Interessen. Nächstes Beispiel für die politische Bedeutungslosigkeit der „fränkischen“ CSU ist die Aufstellung der Vollblutoberbayerin Hohlmeier als Spitzenkanditatin Oberfrankens für die kommende Europawahl. Während Hohlmeier in Oberbayern aufgrund der Wahlfälscheraffaire aus allen Ämtern gejagt wurde, küren die Duckmäuser der fränkischen oder besser der nordbayerischen CSU sie einstimmig zur Spitzenkanditatin Oberfrankens. Mir stellt sich dabei eine Frage: Was ist der fränkischen CSU wichtiger? Ihre fränkischen Wähler/innen oder die Karriere einer gescheiterten Kultusministerin und Bezirksvorsitzenden? Wahrscheinlich ist es aber einfach nur die Karrieregeilheit der Pseudofranken wie Herrmann, Söder oder Herrn Von und Zu. Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass es innerhalb der CSU in Franken gar keine Franken mehr gibt, sondern nur Nordbayern. Echte Franken wie Herr Hoderlein oder Frau Stahl haben ein fränkisches Herz und verkaufen Ihre Seele nicht wegen eines lukrativen Postens. Das Anbiedern der „fränkischen“ CSU an die oberbayerische CSU bringt uns Franken überhaupt nicht weiter. Franken braucht unbedingt eine konservative, bürgerliche Alternative zur oberbayerisch dominierten CSU.

  2. 2
    Bernhardt Lang 

    Herr Seehofer hat mehr Mitsprache der Basis in Aussicht gestellt. Nun wird in altherkömmlicher CSU-Hinterzimmer- und Vetternpolitik eine nicht unumstrittene oberbayerische Personalie den Oberfranken über Nacht vor die Nase gesetzt. Wird dafür im nächsten Jahr der Kulmbacher Freiherr zu Guttenberg Bundeswirtschaftsminister? Nur so wäre diese undemokratische Entsendung nachvollziehbar.

  3. 3
    Alexander H.W.R 

    Der Wähler hat die Macht das zu verhindern, dann bekommt die CSU eben nur noch 15%.

  4. 4
    Wolfgang Göller 

    Diese ganze Oberbayern-Mafia mit ihrer Postenschacherei kotzt mich sowas von an!

  5. 5
    Falsacappa 

    .. hat die bayrische Bildung vermurkst, die eigenen Freunde bespitzelt und lebt einzig und allein vom Mythos ihres Vaters. Was hat meine CSU geritten, dass sie Frau Hohlmeier auch noch zu einem Posten in Brüssel verhilft?

    Mir geht’s gegen den Strich, dass ich dieser Frau ungefragt, als Franke, in den Sattel helfen soll. So denken sicher einige der noch verbleibenden CSU-Freunde. Klar, die CSU wird dafür die Quittung kriegen. Frau Hohlmeier hingegen wird sich in Fäustchen lachen und sich an Ihrem Machtfetisch ergötzen.

  6. 6
    Gertrud 

    Ohne die Kompetenz von Frau Hohlmeier in Frage zu stellen, bin ich der Meinung, dass wir Franken von echten Einheimischen im Europa-Parlament vertreten werden sollten.
    Die fränkischen Bürger werden die CSU bei der nächsten Wahl wohl wieder einmal abstrafen müssen.

  7. 7
    andy 

    @ Gertrud: „Die fränkischen Bürger werden die CSU bei der nächsten Wahl wohl wieder einmal abstrafen müssen.“
    Schon wieder? 😉

  8. 8
    Martin 

    Es wird Zeit, dass alle Franken, Ober-Mittel-und Unterfranken begreifen, dass es nur ein Franken gibt. Solange wir uns da nicht einig sind, hat die „mir san mir Fraktion“ ein leichtes Spiel. Aber da müßten einige Ihre Frühstücksdirektorenposten aufgeben, und das will natürlich niemand. Es geht ja um die eigene Karriere, und da muss Franken zurück stehen.

  9. 9
    Bayerisches Nizza 

    Wer so nah wie ich in an der Landesgrenze zu Hessen wohnt, ist froh im Freistaat Bayern zu wohnen.
    München regiert, Nürnberg pariert.

  10. 10
    Karl-Heinz 

    Bayernnizza:

    Und wo schaffen die Leut aus Aschebersch?
    In FRANKfurt, net in BAYfurt

    Biste einer von

    trachtenverein-hoerstein.de

    ?

  11. 11
    reinhard fischer 

    Daß dieser ganze Hohlmeier-Komödienstadel von München aus eingefädelt wurde, ist doch klar ersichtlich. Nur die Reaktion darauf z. B. mit Parteiaustritten ist für die Fränkische Sache kontraproduktiv. Stattdessen sollten diese aufrechten Franken ihren ganzen Einfluss geltend machen und in ihren Parteigremien sowie der Öffentlichkeit gegenüber objektive Aufklärungsarbeit leisten. Denn da liegt doch der Hund in unserer heutigen Zeit begraben, daß wir nur noch mit wohlgefälligen Halbwahrheiten versorgt werden. Die öffentlichen Medien tragen da die größte Schuld. Aber die werden wahrscheinlich auch nur von einer noch größeren Macht gesteuert, deren Absichten wir noch gar nicht so durchschauen. Und wenn, dann wirds wahrscheinlich grausam sein.

  12. 12
    andy 

    @ Bayerisches Nizza: Dieses Nizza kanns ja dann wohl nur südlich der Donau geben, was?

    @ Karl-Heinz: Dieser Trachtenverein is ja die Härte! Ne 6er PLZ und von Gebirgstrachten schwafeln…

  13. 13
    Karl-Heinz 

    Andy, der Unfug wird noch grässlicher

    rheinmaingauverband.de

    Okay, dann auch was Positives

    youtube.com

    youtube.com

  14. 14
    Oberfranke 

    Wenn es nicht so ernst wäre,könnte man fast meinen, der Sitzungspräsident Bernd Hering hätte sich auf seinem Podest einen riesigen Lacher erlaubt. naja, wast wiillst do noch sonng? vieleicht sollten wir mal unsers alten Metzgermeister boggnsagg aus schweinau nach seiner meinung fragen. was würde der wohl von sich geben? Wo isn äs hirn?
    oder mit den worten von erwin pelzig:was denn noch alles, demnächst a schwarze frau als Papst…….

  1. […] folgende Quellensammlung soll Ihnen die Recherche erleichtern. Und das Frankenblog hat mich auf eine Umfrage zum Thema auf inFranken.de aufmerksam gemacht. (» Hier […]

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