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Brauen… im Speziellen Fränkisch!

Freitag, 21. August 2009 | Autor:

Eine der schönsten Fränkischen Traditionen ist wohl das Brauen. Vom Kloster übers Rote bis zum Rauchbier, eine fantastische Vielfalt.

Aus der Not geboren, das Wasser der Pegnitz im Mittelalter war so dreckig, dass es gesünder war, Bier zu trinken, es wurde durch den Brauvorgang sterilisiert, hat sich bis heute eine Kunst entwickelt.

Um allen Genießern die Herkunft Ihres Glückes näher zu bringen, möchte ich hier den Brauvorgang in 7 einfachen Schritten erklären:

1. Das Malzen

Die Braugerste wird mit Wasser zum Quellen und Keimen gebracht, bis sich grüne Keime gebildet haben dauert es ca. drei Tage.

2. Das Darren

Beim Darren wird der Grundstein des Bieres gelegt, die Keimlinge werden erhitzt und getrocknet, der Keimprozess wird beendet. Es entsteht das Malz. Je heißer und länger das Malz gedarrt wird, desto dunkler wird das Bier.

3. Das Maischen

Das Malz wird mit Wasser auf ca. 45 °C erhitzt, dabei tritt die Malzstärke aus und im nächsten Schritt, bei 70 °C, verwandelt sie sich zu Malzzucker. Bei diesem Schritt ist das Brauwasser von größter Bedeutung. Die mineralische Zusammensetzung des Wassers ist mit ausschlaggebend für den Geschmack des Bieres. (In Aufseß gibt es vier Brauereien, gleiches Malz, gleicher Hopfen, aber 4 Quellen, der Geschmack ist unterschiedlich.)

4. Das Läutern

Die Maischflüssigkeit kommt in den Läuterbottich. Man wartet, bis sich die festen Bestandteile (Spelzen usw) auf dem Boden absetzen, dann filtern diese die Bierwürze (gefilterte Maische) selbst. Später werden noch einige Nachgüsse gemacht (mit heißem Wasser wir die Maische gespült, letzte Bestandteile gehen in die Bierwürze ein). Diese entscheiden mit über den Alkoholgehalt und den Geschmack.

5. Das Würzekochen (das eigentliche Brauen)

Zur Bierwürze kommt nun der Hopfen, der durch seine Bitterstoffe den größten Anteil an der Geschmacksrichtung hat. Alles wird zusammen eingekocht, bis der, für das Rezept richtige, Stammwürzgehalt erreicht wird. Dieser wird mit einer sog. Bierspindel gemessen (wie genau das geht weiß ich leider nicht, ich bin keine Braumeisterin L). Hier kommt jetzt die Hefe dazu, die dann mit dem Malzzucker die Gärung einleitet, bei der Alkohol und Kohlensäure entstehen. Die Kohlensäure wir zumeist abgesaugt und beim Abfüllen oder Zapfen in aufbereiteter Form wieder hinzugegeben.

6. Lagerung

Das Bier wird in Fässer gelagert, die Länge der Lagerung hängt ganz stark von der Sorte ab, bei einigen ein paar Tage, andere Lagern bis zu drei Monaten. Währendessen findet eine Nachgärung statt, die das Aroma verfeinert. Trübstoffe setzen sich ab.

7. Filtrieren

Die letzten Trübstoffe werden entfernt um das Bier schön klar zu machen. Danach kann in Flaschen, Fässer oder Tanks abgefüllt werden.

Unsere fränkischen Biere sind zum größten Teil ungespundet, ein altes Wort, das eigentlich nur beschreibt, dass das Bier eben nicht filtriert wurde. Es ist quasi naturtrüb. Das ist auch der Grund, warum unsere Biere zwar ähnlich dunkel sind, wie die Bayrischen, aber nicht so süß. Bei anderen dunklen Bieren wir das Malz besonders lang gedarrt, bis es dunkel ist, dadurch entsteht dann mehr Zucker.

Der Stammwürzgehalt liegt bei Tucher Pils bei ca. 11-12,5%, Schanzenbräu Rot bei 11,9% und z.B. Weißenoher Festbier bei 13,2%.

Das Nürnberger Rotbier, das wieder mehr Freunde findet (Altstadthof und Schanzenbräu) ist das regional traditionsreichste Rezept. Die rote Färbung kommt von besonderer Gerste, die nicht besonders lang, aber heiß gedarrt wird.

Um mehr übers Brauen zu Erfahren bietet sich ein Besuch im Fränkischen Brauerei Museum in Bamberg an. Aber natürlich auch gerne eine Brauereiführung mit Verkostung. In Nürnberg kann man einen Sortenrundgang empfehlen (Schlenkerla am Tiergärtnertorplatz, Altstadthof in der Bergstraße, Barfüßerbräu in der Königstraße, der Schanzenbräubiergarten in der Adam-Klein-Straße). Wer einen Fahrer findet kann natürlich auch die Brauerein in der Fränkischen abgrasen, rund um Aufseß (Hetztelsdorf, Kathi, Hohenschwärz) oder man trinkt einmal die Karte im Landbierparadies durch, das ist Führerschein freundlich.

In diesem Sinne Prost und den Geschmack beim Trinken nicht vergessen!!!!

Lena (Gastautor)

– Danke für diesen Klasse-Gastbeitrag, Lena! – Viele Grüße! Andy

(Das wäre doch was für unseren Bierbrauset-Besitzer, oder?)

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Fraenkische Tapas im Baggers

Sonntag, 25. Januar 2009 | Autor:

Endlich haben wirs mal wieder ins s’Baggers nach Nürnberg-Schmalau geschafft. Und wieder sind wir begeistert! Es is einfach DIE Möglichkeit gut fränkisch bei großer Auswahl zu essen und das ganze zum Familien-Erlebnis zu machen – gerade für Kinder is es toll!

Nur, weil das Bestellen auf den Touch-Screens so viel Spaß, ist es für die Figur nicht ganz so toll – denn es macht irre Spaß seine Speisen schwungvoll anrauschen zu sehen! Mein Tipp daher: Das Töpfchen auf einen Teller kippen, dann werden die richtigen Ausmaße der Portion ersichtlich! Und die Karte auf fränkisch is der Burner („Schambingjongrahm, Gödderschbeis„)! Einzig das Preisniveau is nich so toll – Kugel Wanilleis mit Eierlikör 5,-Euro! Trotzdem: HINGEHEN!

Im Frühjahr müssen wir mal den Biergarten ausprobieren!

Vollautomatisches Restaurant s'Baggers in Nürnberg

Der Eindruck täuscht, das Lokal war gut gefüllt – unten bekamen wir auch noch Besitzer und Erfinder Michael Mack zu Gesicht!

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Schanzenbräu Gostenhof, einfach Nürnbergerisch

Montag, 8. Dezember 2008 | Autor:

Und wieder wird die Brauereidichte in Franken größer: Im Nürnberger Stadtteil Gostenhof wächst gerade aus einem spaßigen Bierbrauen im Keller eine kleine Brauerei!

Stefan Stretz (Brauer und Diplom-Ingenieur für Brauereitechnologie) und Sebastian Köhler haben im Jahre 2004 im Untergeschoss ihrer Werkstatt Bier zum Eigenbedarf in einem alten Waschkessel hergestellt. Doch mit der Zeit wurde das „Gebräu“ immer beliebter, sodass auch die hergestellte Menge steigen musste. 2006 kam dann der Umzug aus der Bärenschanzstraße (daher der Name „Schanzenbräu“) nach Gostenhof, wo nun einmal im Monat im Hinterhof gebraut wird.

Köhler und Stretz fühlen sich auch der fränkischen Brautradition verbunden und haben keine Angst vor dem Brauereisterben. Gegenüber der NN betonen sie, dass es eher „für die mittelständischen Brauereien schwieriger“ werde, „die kleinen Brauereien“ würden weiterhin „Bestand haben„, da „Niemand Industriebier“ wolle. Ab dem kommenden Jahr wollen die Gostenhofener Bier-Brauer ihr Getränk auch in Flaschen abfüllen.

Bleibt zu hoffen, dass dieses Beispiel erfolgreich bleibt und vielleicht sogar Schule macht – vielleicht könnten dann auch bereits „gestorbene“ Brauereien wieder aufleben? Wie z.B. die Arnold-Bräu in Lauf? Ich werde auf jeden Fall demnächst das „Schanzenbräu Hell“ probieren (In welchen Gaststätten hier).

Mehr zu Schanzenbräu bei Nürnberger Nachrichten (mit Film) oder direkt bei schanzenbraeu.de

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5. European Beer Star Award

Donnerstag, 20. November 2008 | Autor:

Im Rahmen der Messe „BRAU Beviale“ in Nürnberg wurden bereits zum fünften Mal (veranstaltet vom Verband Private Brauereien und der Association of Small and Independent Breweries in Europe) die besten Biere ausgezeichnet und mit den Medaillen des „European Beer Star Award“ prämiert.

Biere, die besonders unverfälscht und charaktervoll sind, die sich geschmacklich hervorheben und die jeweilien Sortenkriterien am besten erfüllen, werden mit diesen Medaillen geehrt! Nach dem Verkosten von insgesamt 688 Bierspezialitäten aus 32 Ländern schnitt wieder einmal Deutsches Bier am erfolgreichsten ab: 61 von insgesamt 126 Medaillen gingen in die Bundesrepublik.

Aber auch die Region mit der größten Brauereidichte weltweit kann auf eine stolze Bilanz verweisen: 18 Medaillen! 6x Gold, 8x Silber und 4x Bronze fürs Frankenland inklusive Hohenlohe-Franken!

Gold:

Brauerei-Gasthof Drei Kronen, Scheßlitz mit „Drei Kronen Weizenbock“ in der Kategorie South German-Style Weizenbock pale
www.kronabier.de

Brauerei Rittmayer, Hallerndorf mit „Rauchbier“ in der Kategorie Smoked Beer
www.rittmayer.de

Zum Löwenbräu Brauerei, Adelsdorf mit „Aischgründer Karpfen-Weisse“ in der Kategorie South German-Style Bernsteinfarbenes Hefeweizen
www.zum-loewenbraeu.de

Brauhaus Faust, Miltenberg mit „Faust Weizen Dunkel“ in der Kategorie South German-Style Hefeweizen Dunkel
www.faust.de

Crailsheimer Engel-Bräu, Crailsheim mit „Bock hell“ in der Kategorie German-Style Pale and Amber Bock
www.engelbier.de

Distelhäuser Brauerei, Tauberbischofsheim mit „Distelhäuser Kristall-Weizen“ in der Kategorie South German-Style Kristallweizen
www.distelhaeuser.de

Silber:

Brauerei Göller, Zeil am Main mit „Göller Dunkel“ in der Kategorie European-Style Dark
www.brauerei-goeller.de

Crailsheimer Engel-Bräu, Crailsheim mit „Aloisius“ in der Kategorie Bavarian-Style Märzen
www.engelbier.de

Crailsheimer Engel-Bräu, Crailsheim mit „Kellerbier hell“ in der Kategorie Pale and Amber Kellerbier
www.engelbier.de

Zum Löwenbräu Brauerei, Adelsdorf mit „Hausbräu-hefetrüb“ in der Kategorie Kellerbier dark
www.zum-loewenbraeu.de

Distelhäuser Brauerei Ernst Bauer, Tauberbischofsheim mit „Distelhäuser Premium Bier“ in der Kategorie Pilsner (German-Style)
www.distelhaeuser.de

Distelhäuser Brauerei, Tauberbischofsheim mit „Distelhäuser Dinkel“ in der Kategorie Top fermented beer with alternative cereals or field crops
www.distelhaeuser.de

Privatbrauerei Günther-Bräu, Burgkunstadt mit „Edeles Lagerbier Bernsteinfarbig“ in der Kategorie Red and amber coloured beer
www.guenther-braeu.de

Kitzmann Bräu, Erlangen mit „Kitzmann Weißbier dunkel“ in der Kategorie South German-Style Hefeweizen Dunkel
www.kitzmann.de

Bronze:

Schlossbrauerei Reckendorf, Reckendorf mit „Recken Light“ in der Kategorie European Light Lager
www.recken.de

Felsenbräu Thalmannsfeld, Thalmannsfeld mit „Felsator Doppelbock“ in der Kategorie German-Style Pale and Amber Bock
www.felsenbraeu-thalmannsfeld.de

Brauhaus Faust, Miltenberg mit „Faust Kräusen“ in der Kategorie Pale and Amber Kellerbier
www.faust.de

Kitzmann Bräu, Erlangen mit „Kitzmann Leichtes Weißbier“ in der Kategorie South German-Style Leichtes Weizen
www.kitzmann.de

Als Krönung ging auch noch ein Publikumspreis nach Franken:

„Drei Kronen Weizenbock“ der Brauerei-Gasthof Drei Kronen aus Scheßlitz erhielt den Consumers` Favourite 2008 in Silber
www.kronabier.de

Herzlichen Glückwunsch an alle und weiter so!

Mehr Infos:

Viel Glück für den 6. European Beer Star Award!!

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1. Nürnberger Bratwurstdorf

Mittwoch, 4. Juni 2008 | Autor:

Das aktuelle Jahr finden Sie hier!

Eine kleine Köstlichkeit ganz groß: Die Frankenmetropole feiert die berühmten Rostbratwürste mit dem 1. Nürnberger Bratwurstdorf und mit der Verleihung des 5. Nürnberger Bratwurstpreises.

Vom 13. bis 22.Juni 2008 wird sich auf dem nördlichen Lorenzer Platz (hinter der Lorenzkirche) alles zum Thema Nürnberger Rostbratwürste finden. Verschiedene fränkische Firmen bieten ihre Spezialitäten an, dazu lädt ein buntes Rahmenprogramm zum Staunen und Probieren.

Neben Bier der Brauerei Tucher und Frankenwein vom Winzerhof Kessler, werden auch Schamel Meerrettich und die Vollkornbackstube imhof auf dem Festplatz vertreten sein. Im Bratwurststand werden sich die großen Nürnberger Anbieter HoWe, Wolf, Kupfer und Schlüter, sowie die Fleischerinnung Nürnberg abwechseln. Die VR-Bank präsentiert das Fest und der Lokalsender Radio F 94,5 leitet durch das Programm:

Freitag 13.06.08
11:00 Uhr Anzapfen durch Oberbürgermeister Ulrich Maly
11:30 Uhr Verleihung des 5. Nürnberger Bratwurstpreises mit Kulturprogramm, Autorenlesung und Livemusik
ab 11:50 Uhr: Mäc Härder mit „Bratwurstprogramm“ und die „Frankenbänd“

Dienstag 17.6.08
Blues-Abend mit Franken-Dry

Samstag 21.6.08
Familientag mit Spiel, Spaß, Spannung

Mehr unter bratwurstdorf.de

Dazu werden selbstverständlich die Spiele der Fussball-EM live übertragen. Also nichts wie hin, denn…

Die Würste sind meinem Magen schöne Vergissmeinnicht von Nürnberg
(Jean Paul)

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