Archiv für die Kategorie » Nürnberg-München «

Der Münchner Weg: Wissenswertes zum Frankentatort

Donnerstag, 1. März 2012 | Autor:

Die Diskussion um einen ARD-Tatort ist ein schönes Thema, denn ob man dafür oder dagegen ist, jeder findet sich in dem Gebiet wieder: Die Franken sehen die obligatorische Benachteiligung und die Bayern haben wieder was zum Belächeln und Kopfschütteln.

Geht man aber ins Detail und schaut sich beispielsweise die Situationen bei anderen deutschen Sendeanstalten an, so kann man nur noch zu einem Schluss kommen, ich zitiere:

„…Angeblich ist der Bayerische Rundfunk so arm, dass pro Jahr nur zwei oder drei Krimi-Folgen produzieren kann – und die sollen in München entstehen, damit bloß nicht gekratzt wird an der Popularität von Leitmayr und Batic. Nürnberg, Würzburg und Bamberg gucken mal wieder in die Röhre.
Ja so was. Da leistet sich der Südwestfunk drei Teams, die in Ludwigshafen, Konstanz und Stuttgart ermitteln. Der Westdeutsche Rundfunk setzt Kommissare in Köln, Münster und Dortmund ein, der Norddeutsche Rundfunk in Hannover und Hamburg, der Hessische Rundfunk in Frankfurt und Wiesbaden. In Bayern werden Sonntag Abend nur Münchner Verbrecher gejagt…“

Föderalismus (als Organisationsprinzip) bleibt weiterhin ein Fremdwort in Bayern! Oder anders: „Mia san mia, und mia san Minga„!

Quelle „Toter im Tank toppt Tatort“ von Michael Schulbert, Fränkischer Tag, Januar 2011

Thema: Nürnberg-München | Ein Kommentar

Dürer-Skandal: Vom Mittelalter bis Wikipedia

Dienstag, 31. Januar 2012 | Autor:

Duerer01Manchmal sieht man diese Gauner-Filme im Kino und glaubt, dass es sowas ja nicht wirklich gibt. Doch wenn man dann feststellt, dass sich ebensolches in Echt und vor aller Augen abspielt, dann bleibt einem die Spucke weg. So lässt sich das erklären, was sich derzeit (wieder mal) zwischen Nürnberg und München abspielt:

Zum „Jahr der Kunst“ hat Nürnberg das „Dürerjahr 2012“ ausgerufen und das Germanische Nationalmuseum (GNM) beteiligt sich mit der Ausstellung „Der frühe Dürer„. Zu diesem Zwecke fragte man bei der Alten Pinakothek in München an, ob das „Selbstbildnis im Pelzrock“ (siehe Bild links „Albrecht Dürer, durch Wikimedia Commons„) ausgeliehen werden könnte. Warum? Nun, das Bild hing bis 1799 immer im Nürnberger Rathaus und wurde von dort auch nie weggegeben, also nicht wissentlich für längere Zeit – und trotzdem gilt es heute als die „Mona Lisa“ der Alten Pinakothek. Natürlich, möchte man fast schon sagen, verweigert München die Freigabe, schließlich könnten sich ja ein paar Kulturliebhaber nach Franken verirren und der leuchtenden Landeshauptstadt den Rücken kehren. Als Argument wird wieder einmal die eingeschränkte Transportfähigkeit angegeben, die wir auch hier im Frankenblog noch zu gut kennen (Bamberger Domschatz, hier). Und hier beginnt unser Gaunerspiel, das sogar heute noch zum Spurenverwischen anregt:

Albrecht Dürer (1471-1528) malte das Selbstbildnis um 1500 und versah es mit einer Inschrift: „So malte ich, Albrecht Dürer aus Nürnberg, mich selbst mit unvergänglichen Farben im Alter von 28 Jahren.“ Von nun an (1577 schriftlich erwähnt) hing das Gemälde im Nürnberger Rathaus, bis 1799 ein gewisser Maler und Kupferstecher Abraham Wolfgang Küfner aus Betzenstein (Franken-Wiki) den Auftrag erhielt, das „Selbstbildnis mit Pelzrock“ zu restaurieren. Zur Sicherheit und in kluger Voraussicht versah man die Rückseite des Bildes mit Stempeln und Siegeln, um sicher zu gehen, dass das Original auch wieder an die Pegnitz zurückkehren möge.

Doch leider erwies sich Küfner als gewiefter Kunstfälscher! Er spaltete die 15 Millimeter dicke Lindenholztafel der Länge nach und malte auf der Holzhälfte mit den Stempeln eine Kopie des Selbstbildnisses, welche er als angeblich restauriertes Original an die Stadt Nürnberg zurückgab. Das Dürer-Original auf der Vorderseite verkaufte Küfner 1805 an den Kurfürsten Maximilian Joseph von Bayern – wurde dafür aber nie verurteilt und bestraft, obwohl solch gemeine Kunstfälschung schon damals verboten war!

Als der Betrug ans Licht kam, war Nürnberg schon durch Napoleons Gnaden 1806 vom Königreich Bayern besetzt worden und hatte eh nix mehr zu sagen.

Das blieb bis heute so. Trotz Diebstahl, Hehlerei, oder wie man das sonst noch nennen will, ist keinerlei Einsicht auf Seiten der Münchner zu erkennen. Im Gegenteil: Aus dem „Selbstbildnis im Pelzrock“ ist nun das „Münchner Selbstbildnis“ geworden (siehe Wikipedia hier).

Das Ganze ist zudem verwunderlich, denn eigentlich dürfte die Wittelsbacher Stiftung für das Gemälde gar nicht zuständig sein, denn sie ist Eigentümerin von Kunstgegenständen, die bis 1804 in den Besitz der Wittelsbacher gekommen sind! Doch man blockiert an der Isar weiter: In der Presse ist auch schon durchgesickert, dass es sich bei der eingeschränkten Transportfähigkeit um einen vorgeschobenen Grund handelt:

Denn laut Eingeweihten sind es keine sachlichen Gründe wie etwa der Zustand des Gemäldes, die gegen einen Transport sprechen. „Man will hier keinen Präzedenzfall schaffen“, heißt es unter Kennern des Münchner Kulturapparates. Sprich: Der Dürer soll nicht nach Nürnberg, um vergleichbaren Wünschen aus Franken ein für alle Mal einen Riegel vorzuschieben.“ (MainPost)

Spurenverwischen auf Wikipedia

Um der ganzen Gaunerei die Krone aufzusetzen: Nachdem die Presse zu Jahresbeginn das Thema aufgegriffen hat und natürlich unweigerlich auf die ursprünglichen Besitzverhältnisse  zu sprechen kam, wurde doch prompt der Wikipedia-Eintrag von Abraham Wolfgang Küfner extrem geändert! So wurde die gesamte Beschreibung des Fälschungsvorgangs entfernt, aus dem Restaurationsauftrag wurde ein „Auftrag eine Kopie zu erstellen“ und die Hehlerei fand niemals statt! Denn böse, böse französische Truppen hatten damals die Bilder (Kopie und Original) vertauscht und schließlich war Galeriedirektor Christian von Mannlich aus München (natürlich) viel schlauer als alle anderen und erkannte, das die Kopie das Original ist um diese dann käuflich und somit „völlig rechtens“ zu erstehen. Welch geschickter Schachzug! Wie dumm doch alle außer München sind!

Erstaunlich bei den Wikipedia-Änderungen ist nur, dass neben den Fälscherei-Angaben auch die Links zu den Quellen gelöscht wurden. Dabei hätte man dadurch erkennen müssen, das es wohl eben doch der Wahrheit entspricht? Wie auch bei kunstmarkt.com, bei zehn.de und bei oelbilder-oelmalerei.de beschrieben. Auch ist „Abraham Wolfgang Küfner“ nicht mehr in der Kategorie „Kunstfälscher“ eingetragen – jetzt ist er ein „ehrbarer Künstler“!

Wer sich das mal ansehen will:

  • Diesen Link hier klicken: Kunstfälscher Abraham Wolfgang Küfner
  • Rechts oben „Anmelden / Benutzerkonto erstellen
  • Danach sieht man über jedem Beitrag verschiedene Karteihalter, u.a. „Versionen/Autoren
  • Nun den blauen Punkt bei 23. Nov. 2010 setzen und dann oben „Gewählte Versionen vergleichen
  • Jetzt sieht man eine Tabelle, links hinter einem Minus-Zeichen die entfernten Passagen, rechts mit einem Plus versehen, die zugefügten Änderungen!

In der Zwischenzeit macht sich die große Medienwelt über die dummen Franken lustig! Da wird aus einer unverständlichen Blockadehaltung Münchens ein „Irrer Gemälde-Streit“ und der Alten Pinakothek wird Recht gegeben: Das Selbstbildnis ist transportunfähig, obwohl zu der Ausstellung Exponate aus London (British Museum), Florenz (Uffizien), Wien (Albertina), Washington (National Gallery) und Berlin (Staatliche Museen) kommen. Vielleicht sind die auch nur alle nicht so alt wie das „Münchner Selbstbildnis“? Bestimmt hat Dürer das mit 28 gemalt und alle anderen mit 90 Jahren, sodass diese Leihgaben also viiiiiel jünger sind! 😉

Es ist wie immer: Die große Stadt schüttelt den Kopf, wie kleinbürgerlich diese Franken sind, wenn sie auf ihr Recht pochen!

Lesen Sie passend dazu die Pressemitteilung der Partei für Franken: „Selbstbildnis im Pelzrock – Ein dreistes Schurkenstück Bayerisch-Fränkischer Kriminalgeschichte?

sowie Franken sind keine Baiern (hier)

Thema: Nürnberg-München | 9 Kommentare

quer: Seehofer und Ude mit Geografie-Schwäche und Flughafen-Größenwahn

Freitag, 21. Oktober 2011 | Autor:

Ein ganz großes Lob an Wolfgang Krebs, Christoph Süß und die Redaktion der Sendung quer! Selten hat ein Schlußsketch die politische Lage besser getroffen! 🙂

Zur Erklärung: Der (designierte?) Spitzenkandidat der Bayern-SPD für die Landtagswahl 2013 und Münchner OB-Diva, Christian Ude, hat sich vor kurzem gegenüber den Nürnberger Nachrichten die Blöße gegeben, dass er Ober-, Mittel- und Unterfranken nicht auseinander halten könne. Gleichzeitig soll gegen die Widerstände in der Bevölkerung und trotz der Tatsache, dass man dem Nürnberger Flughafen „das Wasser abgraben“ würde, der Münchner Airport mit einer dritten Startbahn versehen werden.

Direktlink zum youtube-Film

(Creative Commons Lizenz: Namensnennung, nicht kommerziell, keine Bearbeitung, 3.0 Deutschland)

Man könnte meinen, dass diese Sketch womöglich gar nicht lustig gemeint ist, sondern den Investitionsprogrammen von Ude und der CSU entspringen! 😉

Die besten Sprüche:

  • „Es ist Wahlkampf Horst, also kämpfe, Du hast keine Wahl“
  • „Und jetzt weiß ich, dass Aschaffenburg in der Oberpfalz liegt“ – „Nein, im Überallgäu“ – „In Niederfranken!“
  • „Wenn hier einer Nachhilfe in Geographie braucht, dann ja wohl sie. Denn wo liegt die dritte Startbahn?“ – „Nördlich der zweiten Alpen“ – „Und das heißt: Näher an Franken!“ – „Ahso…“ – „Und deshalb wird eine vierte und fünfte Startbahn schon an den Nürnberger Süden hinreichen und damit Unterfranken dem pulsierenden Großraum München anschließen und eine sechste wird die Rhön streifen und damit Niedersachsen zum Teil der Münchner S-Bahn machen. Und der Rest-Franken wird Park&Ride!“ – „Das Großmünchner Reich!“

Quelle: quer vom Bayerischen Rundfunk, quer-Blog, 20.10.2011

Thema: Nürnberg-München | 2 Kommentare

S-Bahn-Tunnel: München vergräbt weiterhin Milliarden

Donnerstag, 15. April 2010 | Autor:

Freudig vermeldete die Münchner Abendzeitung heute dass der Bau der zweiten Röhre: Der Landtag hat zur Entlastung der alten S-Bahn-Stammstrecke einen 14 Kilometer langen und 2 Milliarden Euro teuren Tunnel unter der Innenstadt bewilligt!

Das ehrgeizige Giga-Projekt soll zu den „möglichen“ Olympischen Winterspielen 2018 fertig sein und verläuft von der Donnersbergerbrücke unter dem Hauptbahnhof zum Stachus, am Dom vorbei zum Marienhof, südlich des Landtags unter der Isar hindurch, zum Orleansplatz und kommt vor dem Leuchtenbergring wieder nach oben.

Für die 2 Milliarden gibts aber nur zwei Haltestellen: Hauptbahnhof und Marienhof! Der Hauptbahnhof wird dabei die komplizierteste Baustelle, denn es müssen wesentliche Teile des Empfangsgebäudes abgerissen werden. Der neue S-Bahnhof wird nämlich direkt unter der Schalterhalle liegen!

2012 beginnen die eigentlichen Tunnelarbeiten der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München. Dann werden sich vier Schildvortriebsmaschinen von der Donnersbergerbrücke und vom Ostbahnhof aufeinander zugraben – 1,9 Millionen Kubikmeter Aushub müssen dann abtransportiert werden!

Und das Geld? Richtig, dafür soll ja der Bund einspringen: Bis Sommer will Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) die Zusage haben.

Ich finde…

…das beneidenswert, mit welcher Selbstverständlichkeit die Münchner so was beschließen! In ganz Deutschland sind die Strassen löchrig, Schulen und Kindergärten fallen ein oder fehlen gar… aber München muss das Geld mit beiden Händen zum Fenster rauswerfen – respektive „vergraben“ (- wenn man die doch nur später wieder ausgraben könnte)! Vom rückständigen Nahverkehr in Franken will ich gar nicht reden! Aber stimmt schon, so eine xte Röhre is schon sauwichtig, da muss der Bund schon die Kasse aufmachen, „weil das ja klar ist„!

Der Größenwahnsinn an der Isar nimmt halt kein Ende…

Passend hierzu:

Thema: Nürnberg-München | Beitrag kommentieren

Messe IT-SecurityArea zukünftig in Nürnberg

Mittwoch, 3. Dezember 2008 | Autor:

Konnte Nürnberg den Münchnern eine Messe abluchsen? Nachdem die Besucherzahlen der Systems München – der „drittgrößte IT-Messe der Welt“ – in den letzten Jahren rapide zurückgegangen waren, entschied man sich an der Isar, das „Security-Segment“ (den erfolgreichsten Bereich, 300 Anbieter) herauszulösen und zu einer eigenständigen Messe zu machen.

Doch der Veranstalter dieser neuen Security-Messe, der Verlag Secumedia, hat sich nun entschieden, den Messeplatz zu wechseln! Vor allem „aufgrund der Möglichkeiten, die das Gelände“ in Nürnberg mit dem direkt daneben befindlichen „modernen Kongresszentrum“ eröffnet, ist es die gesuchte „attraktive Plattform für fachbezogene Tagungen, Kongresse und Workshops, die zeitnah oder messebegleitend stattfinden könnten„. Außerdem sprachen die „günstigeren Konditionen“ gegenüber München eindeutig für die Franken-Metropole (Quelle Secumedia „IT-SA zieht um nach Nürnberg„).

Das „Systems-Übrigbleibsel“ in München wird als „Discuss & Discover“ am Messeplatz bleiben und quasi als Anschlußveranstaltung zu Nürnberg fungieren – auf Wunsch der Aussteller. Denn die IT-SA wird vom 13. bis 15. Oktober 2009 stattfinden und damit genau eine Woche vor der „Discuss & Discover“.

Enttäuschung in München

Während die Messe München noch Durchhaltparolen ausgibt und Messechef Klaus Dittrich von „langfristig europaweit einen Namen machen“ spricht (computerwoche.de), ist die Fachwelt besorgt. B5-aktuell sprach vom endgültigen Aus für die Computer-Messe in Riem, da unter dem Strich nur eine „Kongress-Veranstaltung“ folgt. Harry Jacob, Redaktionsleiter von IT-BUSINESS (hier) geht sogar noch weiter:

„…Der einzige Bereich, der sich (…) wirklich positiv entwickelte, war das Thema IT-Security – so erfolgreich, dass sich beispielsweise in diesem Jahr auch Storage-Anbieter in diesen Ausstellungsbereich drängten. Ausgerechnet dieser Bereich wird nun herausgelöst (…). Gut für den Secumedia-Verlag, schlecht für die Nachfolgeveranstaltung der Systems.

Was passiert mit dem »Rest«? Die Antwort darauf hat die Messe noch nicht gefunden: »Das detaillierte Konzept stellt die Messe München der Öffentlichkeit im November vor«. Nebulös auch der Versuch einer Erläuterung von Klaus Dittrich: »Es wird flexibler und emotionaler sein«. Das ist keine Ankündigung, sondern eine Bankrotterklärung. Die Systems ist tot, es lebe die Systems? Nein: Die Systems ist tot. Punkt.

Bankrotterklärung für München – eine Riesenchance für Nürnberg! Von „Abluchsen“ kann man folglich nicht sprechen, da sich der Veranstalter einfach für den besseren entschieden hat! Na wenn das kein verfrühtes Weihnachtsgeschenk ist?

Mehr zum Thema bei

Thema: Nürnberg-München | Beitrag kommentieren

Flocke der Welt-Medien-Star

Mittwoch, 9. April 2008 | Autor:

Es waren ca. 430 Medienvertreter aus der ganzen Welt, die exakt um 15:01 Uhr im Nürnberger Tiergarten Berichte und Bilder vom ersten Auftritt des Eisbärenmädchens Flocke über den Globus schickten!

Franken-TV lieferte sogar eine 2stündige Life-Sendung, die anderen Nachrichtensender schalteten nur kurz nach Nürnberg.

Die kleine Eisbärdame zeigte sich putzmunter und verspielt, und gab sogar einen Sprung ins Wasser zum besten. Aber so nach 1 Stunde hatte man sich dann doch etwas satt gesehen und Reihen auf der Pressetribüne lichteten sich etwas, so dass die meisten den netten Kampf mit dem Kamera-Stativ gar nicht mehr mitbekamen. (Netter Film bei den Nürnberger Nachrichten)

Sogar Tierschützer und Umweltaktivisten bekamen ihre Plattform in den Berichten, und die Verantwortlichen des Tiergartens und Oberbürgermeister Maly betonten immer wieder, dass Flocke den Blick auf die nahende Klimakatastrophe richten soll.

Auch wenn das Ganze etwas übertrieben wirkte, so kamen doch alle mehr oder weniger auf ihre Kosten. Das Echo war auch recht positiv: Flocke meistert ihren ersten großen Auftritt mit Bravour und Flocke live auf vielen Sendern!

Doch was muss man wieder aus den Regionen südlich der Donau hören? Die Süddeutsche meckert über das Jungtier („pummeliger Dreckbär„) und macht sich allgemein ziemlich lustig über das Spektakel – hatten die nicht auch einen Reporter hingeschickt?

Aber naja, was will man von einer Zeitung erwarten, die einen Bericht aus dem Nürnberger Zoo unter „Bayern“ einordnet! 😉

Mir kommt es so vor, dass da südlich des Weißwurst-Äquators bei den vielen ätzenden Kommentaren doch einiges an Neid dabei ist. Ach wär er doch nur aus „Minga„, der Eisbär, dann wär er das wichtigste nach dem Oktoberfest! Und hätten wir noch einen König im Allgäu rumfliegen, dann hätte der die kleine Flocke bestimmt längst nach München verfrachtet – so wie Kunstschätze und Kulturgüter halt auch!

Aber wenigstens ist das Interview mit Nürnbergs Zoochef Dag Encke recht interessant…

Ich finde…

es mag nicht alles richtig sein, was da um die Flocke passiert. Aber solange Horst Maussner und die anderen Pfleger alles tun, damit es dem Tier gut geht, passt es. Wenn sich die Leute darum reissen, den Bären zu sehen und zu fotografieren, gerne! Und die Stadt Nürnberg wäre schön dumm, wenn sie das „Vermarktungs-Geschenk“ nicht annehmen würde. Ich glaube es war Host Förther, der erzählte, dass sie angefleht wurden doch bitte den Bären zu vermarkten!!

Und wenn die Flocke mal gross ist und z.B. in Mannheim kommt wieder ein kleiner Eisbär zu Welt, dann rennen eben alle dort hin, ganz klar!

Trotzdem werde ich mir die Flocke im Nürnberger Tiergarten mal ansehen:

Täglich von 9:00 Uhr bis 11:00 Uhr und von 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr wird sie in ihrem Gehege in der Eisbärenanlage im Aqua Park zu sehen sein!

Und bitte mit dem öffentlichen Nahverkehr anreisen, sonst hätte die ganze Klimaaufmerksamkeit keinen Sinn! Außerdem ist es besser wegen der wenigen ParkplätzeKarten gibt es schon vorab hier!

Mehr Infos hier

Thema: Nämberch, Nürnberg-München | Beitrag kommentieren

Aus für den Transrapid

Donnerstag, 27. März 2008 | Autor:

Heute morgen meldeten die Radio-Sender in Bayern diesem Bundesland, dass neue Erkenntnisse von Experten einen Anstieg der Baukosten für die Magnetschwebebahn in München von 1,85 Milliarden auf über 3 Milliarden Euro (die Süddeutsche hatte berichtet). Damit sei nun die erwartete Kostenexplosion eingetreten, da die Expertise Jahre alt war (Machbarkeitsstudie von 2002) und sich seitdem alleine die Kosten für die Kupferschiene vervielfacht haben – ganz abgesehen von der Mehrwertsteuererhöhung!

Nun meldet der SPIEGEL ganz aktuell, das endgültige Aus für Stoibers Prestigeprojekt: „Bundesregierung, bayerische Landesregierung und Industrie haben beschlossen, die Transrapid-Strecke vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen nicht zu bauen„.

Da der Bund nicht mehr als die veranschlagten 925 Millionen beisteuern wollte, Ministerpräsident Günther Beckstein den Anteil Bayerns auf 500 Millionen beschränkte („das Spielzeug seines Vorgängers„) und auch von der EU kein Geld zu erwarten war, verabschiedet man sich an der Isar von Stoibers großkotzig verkündeten Abschiedsgeschenk (Stoibers Transrapid-Rede).

Damit dürfte nun auch das Bürgerbegehren in München am 13.04. hinfällig sein – auch über das Volksbegehren muss nun nicht mehr entschieden werden!

Weitere Berichte:

Thema: Nürnberg-München | 6 Kommentare

Kein EU-Geld für Münchner Transrapid

Mittwoch, 21. November 2007 | Autor:

Die Transrapid-Trasse in München vom Flughafen zum Hauptbahnhof scheint immer unmöglicher. Nachdem der neue Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein ankündigte, dass Bayern aus dem Magnetschwebebahn-Projekt aussteigen wird, sobald die Kosten die Planungen übertreffen, gibt es nun offenbar auch keinen Zuschuss aus Brüssel, womit das ganze Finanzierungsmodell zusammenfällt.

Die bayerische Staatsregierung hatte bislang damit gerechnet, dass Brüssel 50 Millionen Euro für den Transrapid zur Verfügung stellt, nun ist aber im Verkehrsetat der Europäischen Union kein Zuschuss vorgesehen.

Wirtschaftsministerin Emilia Müller meinte, dass das nicht verwunderlich sei, da die Förderanträge erst im nächsten Jahr gestellt werden könnten. Die EU habe nämlich zugesagt, die Förderung des Transrapids zu prüfen.

Sehr vernünftig, liebe EU!

Thema: Nürnberg-München | Beitrag kommentieren

Bund Naturschutz gegen Transrapid

Freitag, 28. September 2007 | Autor:

Der Bund Naturschutz Nürnberg lehnt Verschleuderung von Steuergeldern ab und ist deshalb gegen den Bau des Transrapid vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen. Landesvorsitzender des Bund Naturschutz Prof. Hubert Weiger kündigte an, dass man „ein milliardenschweres Abschiedsgeschenk auf Kosten von Steuerzahlern und Bahnkunden“ von Ministerpräsident Stoiber werde man „nicht hinnehmen“.

Jetzt soll der Bundesrechnungshof eingeschaltet werden, der schon im Jahr 2002 den Bau einer Magnetschnellbahn in Bayern massiv kritisiert hatte. „In Wirklichkeit klaffe weiter eine Finanzierungslücke von 300 bis 500 Millionen Euro“ und im Falle eines positiven Beschlusses würde „der Bund Naturschutz und die Stadt München eine Klage dagegen prüfen“.

Aber nicht nur finanziell würde der Magnet-Zug zur Belastung werden, sondern auch für die Umwelt. „Der Transrapid verbraucht dreimal soviel Energie wie die S-Bahn zum Münchner Flughafen und wäre ein Klimakiller zu Lasten des Bahnverkehrs“, so Hubert Weiger.

Quelle Radio 8

Thema: Nürnberg-München | Ein Kommentar

Polit-Theater um den Transrapid?

Mittwoch, 26. September 2007 | Autor:

Georg Wedemeyer hat für Stern.de einen sehr guten Kommentar über die juvenile Verkündung der Finanzierungseinigung für das „Leuchtturmprojekt“ Transrapid verfasst und berichtet darin, dass die so umjubelte Einigung schon seit Jahren in einem geheimen „Eckpunktepapier“ beschlossen wurde.

Demnach hätten sich Bahn, Bayern und Bund schon im September 2005 „auf genau das geeinigt, was jetzt als neu präsentiert“ wurde! Darin haben Bund und Bayern der deutschen Bahn und Industrie für den Bau der Magnetschnellbahn München „schon vor einem Jahr viel weiter reichende Zusagen gemacht, als öffentlich zugegeben wird„.

Auch die „bejammerte“ Finanzierungslücke sei nur „Theaterdonner„. Zitat:

„In Wahrheit haben Bayern und der Bund ihrem Partner Bahn, der selbst nur die zehn Prozent zahlen will, längst die Restfinanzierung des Transrapid garantiert. Unter Punkt 3b des Eckpunktepapiers heißt es: „Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch Zuschüsse der öffentlichen Hand, nämlich durch den Bund und den Freistaat Bayern bis zur Höhe von 1,665 Milliarden Euro.“ Unter Punkt 3c steht: „Bund und Freistaat garantieren den unter b) genannten Festbetrag.“

Als der Stern damals davon berichtete wurde das ganze von Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber mit den Worten „alte Kamelle“ dementiert. Obwohl das Papier „von hohen Beamten der Ministerien abgezeichnet“ war und „bei allen Haushaltsdiskussionen in den Parlamenten als Grundlage“ diente, hätten die Abgeordneten den Inhalt nicht gekannt. Nachzulesen hier: „Der ‚Leuchtturm‘ wankt„. Die „Realisierungsvereinbarung“ war längst „von den Ministerien an den Parlamenten vorbei zugesichert worden“ und sei „praktisch nichts Neues„.

„Im Grunde ein unwürdiges Schauspiel für ein demokratisches Land“

Auch geht Wedemeyer darauf ein, dass „interne Schätzungen des Bundesverkehrsministeriums von wenigstens 2,2 Milliarden Euro ausgehen“ und „Die Industrie nicht bereit ist, alle Kosten über 1,85 Milliarden Euro zu übernehmen.“

Ein sehr guter Kommentar von stern.de! Unbedingt lesen: Veralberung der Wähler und vor allem des Parlamentes

Thema: Nürnberg-München | 2 Kommentare