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Abschiedslied oder Wiesn-Hit?

Freitag, 28. September 2007 | Autor:

Anlässlich des heutigen Geburtstags von Edmund Stoiber und dem morgigen Ende seiner Amtszeit gibt es nun ein Abschiedslied von Chris Boettcher, das inzwischen auch als Wiesen-Hit gilt!

Bayern mon Amour ich äh liebe Dich äh

Ich habe dieses Lied schon am 25.05.2007 (einen Tag vor dem Pokalsieg des 1.FC Nürnberg) in der Sendung „Kabarett aus Franken“ gehört. Den meisten dürfte Chris Böttcher von der Bayern 3 Fussball-Taskforce bekannt sein, bei der er viele verschiedene Prominente parodiert.

Dieses Lied geht ins Ohr, auch wenn ich mit dem Refrain nicht so ganz einverstanden bin 😉 Aber dafür ist das Video ziemlich hart und aller erste Sahne! Sogar die Transrapidrede kommt darin vor – weil das doch klar ist!

via meinigkeiten.de

Thema: Franken-Bayern, Stoiber-Rücktritt | 5 Kommentare

Bund Naturschutz gegen Transrapid

Freitag, 28. September 2007 | Autor:

Der Bund Naturschutz Nürnberg lehnt Verschleuderung von Steuergeldern ab und ist deshalb gegen den Bau des Transrapid vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen. Landesvorsitzender des Bund Naturschutz Prof. Hubert Weiger kündigte an, dass man „ein milliardenschweres Abschiedsgeschenk auf Kosten von Steuerzahlern und Bahnkunden“ von Ministerpräsident Stoiber werde man „nicht hinnehmen“.

Jetzt soll der Bundesrechnungshof eingeschaltet werden, der schon im Jahr 2002 den Bau einer Magnetschnellbahn in Bayern massiv kritisiert hatte. „In Wirklichkeit klaffe weiter eine Finanzierungslücke von 300 bis 500 Millionen Euro“ und im Falle eines positiven Beschlusses würde „der Bund Naturschutz und die Stadt München eine Klage dagegen prüfen“.

Aber nicht nur finanziell würde der Magnet-Zug zur Belastung werden, sondern auch für die Umwelt. „Der Transrapid verbraucht dreimal soviel Energie wie die S-Bahn zum Münchner Flughafen und wäre ein Klimakiller zu Lasten des Bahnverkehrs“, so Hubert Weiger.

Quelle Radio 8

Thema: Nürnberg-München | Ein Kommentar

Franke des Tages: Oliver Tissot

Freitag, 28. September 2007 | Autor:

Bei der gestrigen Sendung „Radio F Portrait“ war bei Günther Moosberger der „eloquente Entertainer, kongeniale Konferenzclown und Stand Up Comedian“ (eigene Internetseite) Oliver Tissot zu Gast. Auf die Frage, ob er denn bei seinen Auftritten in ganz Deutschland sagen könnte, dass ein bestimmter Humor „typisch fränkisch“ sei, meinte der Kabarettist, dass man das so nicht sagen könnte. Was man aber sagen könne, sei dass der Franke „zurückhaltender“ sei und „einen trockenen Humor“ habe. Zu dem sei der Franke, fügte er hinzu,

…nicht so aufgeblasen wie der Bayer!

Jawoll, das deckt sich auch mit meinen Beobachtungen! Persönlich konnte ich im Süd-West-Park Nürnberg verschiedene Auftritte von Oliver Tissot bewundern und kann mit Stolz behaupten, dass sogar ich einmal in seinen Wortspielen vorkam („der kleine Brandl“)! Immer geistreich, wie auch schon die Titel seiner Veranstaltungen verheißen.

IrreParabel: Albrechthabereien oder Dürer Witz, dick aufgetragen

Mehr zu Oliver Tissot auf www.itzbol.de

Thema: Franke des Tages | Ein Kommentar

10 Minuten! Stoibers Transrapid-Rede

Donnerstag, 27. September 2007 | Autor:

Aus gegebenem Anlass und in Erinnerung an Edmund Stoibers rhetorische Fähigkeiten hier noch mal die berühmte „Transrapidrede„, weil das doch klar ist:

(aus ARD / MDR-Sendung FAKT „Stoibers Welt“ – Direktlink hier)

Text: „Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München mit zehn Minuten ohne dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen am ?¦ am Hauptbahnhof in München starten Sie ihren Flug zehn Minuten – schauen Sie sich mal die großen Flughäfen an wenn Sie in Heathrow in London oder sonst wo meine s Charles de Gaulle in äh Frankreich oder in äh in ?¦ in Rom wenn Sie sich mal die Entfernungen ansehen, wenn Sie Frankfurt sich ansehen dann werden Sie feststellen dass zehn Minuten Sie jederzeit locker in Frankfurt brauchen um ihr Gate zu finden – Wenn Sie vom Flug – äh vom Hauptbahnhof starten Sie steigen in den Hauptbahnhof ein Sie fahren mit dem Transrapid in zehn Minuten an den Flughafen in an den Flughafen Franz-Josef Strauß dann starten Sie praktisch hier am Hauptbahnhof in München – das bedeutet natürlich dass der Hauptbahnhof im Grunde genommen näher an Bayern an die bayerischen Städte heranwächst weil das ja klar ist weil aus dem Hauptbahnhof viele Linien aus Bayern zusammenlaufen

Urban Priol meint dazu nur: „Solche Sätze, da müssen aber einige Linien vorher zusammengelaufen sein, bevor Du sowas über die Rampe bringst“ (Urban Priol als Edmund Stoiber)

Thema: Stoiber-Rücktritt | 4 Kommentare

Polit-Theater um den Transrapid?

Mittwoch, 26. September 2007 | Autor:

Georg Wedemeyer hat für Stern.de einen sehr guten Kommentar über die juvenile Verkündung der Finanzierungseinigung für das „Leuchtturmprojekt“ Transrapid verfasst und berichtet darin, dass die so umjubelte Einigung schon seit Jahren in einem geheimen „Eckpunktepapier“ beschlossen wurde.

Demnach hätten sich Bahn, Bayern und Bund schon im September 2005 „auf genau das geeinigt, was jetzt als neu präsentiert“ wurde! Darin haben Bund und Bayern der deutschen Bahn und Industrie für den Bau der Magnetschnellbahn München „schon vor einem Jahr viel weiter reichende Zusagen gemacht, als öffentlich zugegeben wird„.

Auch die „bejammerte“ Finanzierungslücke sei nur „Theaterdonner„. Zitat:

„In Wahrheit haben Bayern und der Bund ihrem Partner Bahn, der selbst nur die zehn Prozent zahlen will, längst die Restfinanzierung des Transrapid garantiert. Unter Punkt 3b des Eckpunktepapiers heißt es: „Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch Zuschüsse der öffentlichen Hand, nämlich durch den Bund und den Freistaat Bayern bis zur Höhe von 1,665 Milliarden Euro.“ Unter Punkt 3c steht: „Bund und Freistaat garantieren den unter b) genannten Festbetrag.“

Als der Stern damals davon berichtete wurde das ganze von Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber mit den Worten „alte Kamelle“ dementiert. Obwohl das Papier „von hohen Beamten der Ministerien abgezeichnet“ war und „bei allen Haushaltsdiskussionen in den Parlamenten als Grundlage“ diente, hätten die Abgeordneten den Inhalt nicht gekannt. Nachzulesen hier: „Der ‚Leuchtturm‘ wankt„. Die „Realisierungsvereinbarung“ war längst „von den Ministerien an den Parlamenten vorbei zugesichert worden“ und sei „praktisch nichts Neues„.

„Im Grunde ein unwürdiges Schauspiel für ein demokratisches Land“

Auch geht Wedemeyer darauf ein, dass „interne Schätzungen des Bundesverkehrsministeriums von wenigstens 2,2 Milliarden Euro ausgehen“ und „Die Industrie nicht bereit ist, alle Kosten über 1,85 Milliarden Euro zu übernehmen.“

Ein sehr guter Kommentar von stern.de! Unbedingt lesen: Veralberung der Wähler und vor allem des Parlamentes

Thema: Nürnberg-München | 2 Kommentare

Kostenexplosion beim Transrapid zu erwarten?

Dienstag, 25. September 2007 | Autor:

Milliardengrab TransrapidWer hat damals nicht den Kopf geschüttelt, als Edmund Stoiber am 25.09.2002 als Unions-Kanzlerkandidat um 18:47 Uhr vor die Mikrophone trat und verkündete: „Wir haben die Wahl gewonnen„, obwohl wenig später die Auszählungen einen Sieg von Gerhard Schröder ergaben? Heute hat er wohl das gleiche wieder getan: Er verkündete heute Mittag, dass der Transrapid in München unter „Dach und Fach“ ist!

Die Finanzierung des 1,85 Milliarden-Projekts Transrapid würde stehen und die Finanzierungslücke sei geschlossen, so Erwin Huber, der Nachfolger von Stoiber auf dem Posten des Parteivorsitzes: Der Bund trage mit 925 Millionen Euro die Hälfte der Kosten, Bayern stockt den eigenen Anteil noch einmal um 15 Millionen auf 490 Millionen Euro auf, der Flughafen München wird sich mit 100 Millionen Euro beteiligen, die Bahn stockt ihren Finanzierungsanteil noch einmal um 100 Millionen auf (die Industrie übernimmt davon 50 Millionen) 235 Millionen Euro auf. Zum Schluss gingen alle davon aus, dass die Bundesregierung in Brüssel eine Förderung von 50 Millionen Euro erreicht, da „die EU hat bereits die Planung der Magnetschwebebahn in München finanziell unterstützt“ hat (Quelle neumarktonline.de). So könne bereits im Sommer 2008 mit dem Bau begonnen werden. Ein perfektes Abschiedsgeschenk von Stoiber!

Leider ist es nur so, dass Verkehrskomissar Barrot es für sehr unwahrscheinlich hält, dass die EU hierzu 50 Mio zuschießt. Zudem sagte Finanzminister Peer Steinbrück, dass es absehbar sei, dass die veranschlagten Mittel nicht ausreichten, da das Projekt deutlich teurer werden würde. Zudem basiere die Zahl auf einer fünf Jahre alten Schätzung und sei nicht mehr aktuell.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee meint zudem, dass noch überhaupt nicht geklärt ist, wer das Baukostenrisiko trägt, falls das Projekt teuerer wird. Und damit ist laut Bürgermeister Christian Ude „auf jeden Fall zu rechnen“, der ja von einer Mindestsumme von 2,2 Milliarden ausgeht, die sicherlich auch übertroffen werden würde.

Ich denke…

…dass die EU normal nichts dazugeben wird, denn wir wären ja auch nicht einverstanden, wenn wir auf solch einem Weg Protzbauten in Mailand oder Amsterdam mit tragen müssten. Die Lücke von 50 Mio aber sicher relativ klein und ich bin mir sicher, dass man in München einen Weg findet, wie man diese noch auftreibt (in diesem Fall muss ja fast sagen , ist es gut, dass wir in Franken so wenig Kunstschätze haben, sonst könnte man die wieder holen und einschmelzen).

Allerdings ist es auch klar wie Kloßbrühe, dass das Projekt mehr kosten wird als die veranschlagten 1,85 Mrd, da bin ich mit Christian Ude einer Meinung. Kostenexplosionen wie beim Leipziger Citytunnel (73 Millionen Euro teurer) und bei der U 4 in die HafenCity (42,5 Millionen teurer) sollten eigentlich als warnendes Beispiel dienen.

Mehr Infos zu Strecke u.a. auf spiegel.de

Thema: Nürnberg-München | Ein Kommentar