Bayern gegen Franken – Beckstein tritt zurück

Mittwoch, 1. Oktober 2008 |  Autor:

Da hatten die fränkischen Abgeordneten noch überwiegend an ihrem Landsmann festgehalten, doch der „Beschuss“ aus Südbayern war zu groß: Der 5. Fränkische Ministerpräsident wirft das Handtuch!

Nach einer Krisensitzung von Huber, Beckstein, Seehofer und Schmid kam die Eilmeldung, dass Beckstein hinschmeißt. Der Rückhalt in der Fraktion war offensichtlich nicht mehr stark genug – Oberbayern und Niederbayern forderten sogar öffentlich den Rückzug Becksteins.

Wer wird Becksteins Nachfolger?

Als erster Name wird der Huber-Nachfolger Hoste Seehofer genannt – als nächste Namen folgen Bayerns Innenminister Joachim Weiß-Blau-Herrmann und Fraktionschef Georg Schmid, hinter denen aber keine Mehrheit steht.

Thomas Goppel hingegen hat sich selbst ins Gespräch gebracht. „Unter Umständen“ würde Sohn des früheren Ministerpräsidenten Alfons Goppel kandidieren.

Die Sueddeutsche („Stoiber: Sein Programm heißt: Rache„) wähnt hingegen bereits Rachegelüste des Edmund Stoiber als Grund für das Einbrechen der Basis:

„Denn der, der so unliebsam vom Thron des Ministerpräsidenten gestürzt wurde, setzte alles in Bewegung, um die beiden Königsmörder Günther Beckstein und Erwin Huber von aus den hohen politischen Ämtern – seinen Ämtern! – zu entfernen.“

Ich finde…

…da greifen mal die wieder die gleichen Mechanismen wie beim Fussball: Es ist was schiefgegangen, dann muss der Trainer weg! Und die Leute südlich der Donau, die noch „Ihrem“ Stoiber selbst nach der Bespitzelungsaffäre gerne noch im Amt gesehen hätten, schiessen nun gegen „den Franken“! War aber irgendwo auch klar, dass der Zusammenbruch der Absoluten Mehrheit nicht ohne Folgen würde bleiben können. Interessant aber auch die These der Sueddeutschen mit der Stoiber-Rache!

Quelle B5aktuell

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Thema: Franken-Bayern, Wahlen

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11 Kommentare

  1. 1
    jOjO 

    Na, ist das nicht wieder schön? Dieses selbstherrliche, arrogante, erst konspirative und dann öffentliche Vorgehen der oberbayerischen CSU (inkl. Stoiber und Seehofer) gegen alles nicht Baierische? Hier wird uns mal wieder gezeigt, wo der Hammer hängt, nämlich in Oberbayern. Ich hoffe nur, dass jetzt die fränkischen Politiker/-innen über alle Parteigrenzen hinweg endlich aufwachen und entschieden für ein eigenes Bundesland Franken eintreten. Diese Wahlen und die folgenden Aktionen der oberbayerischen CSU haben eindrucksvoll gezeigt, dass Franken und Bayern einfach nicht zusammen passen. Von diesen falschen Baiern habe ich die Schnauze voll.

  2. 2
    andy 

    „Ich hoffe nur, dass jetzt die fränkischen Politiker/-innen über alle Parteigrenzen hinweg endlich aufwachen“
    Das hoffe ich auch! Is nur fraglich wer nachfolgen wird! Weiß-Blau-Herrmann wird als Franke null Chancen haben – was bei seinen Ansichten aber auch gar nicht so schlecht ist!

  3. 3
    Hilmar 

    Ein Oberbayer als neuer Ministerpräsident: Auf den ersten Blick würde man sagen, dass dies schlecht für uns Franken ist.
    Aber was hat denn Beckstein für Franken bewirkt? Faktisch gar nichts. Weder konnten die Beutestücke aus den Museen in München zurück geführt werden noch hat sich sonst etwas zugunsten Frankens ereignet. So gesehen hat Beckstein uns vielleicht „beschwichtigt“, wir hatten Hoffnung, dass ein Ministerpräsident aus Franken für unsere Region etwas gutes bewirken könne.

    Wenn jetzt ein neuer „oberbayerischer“ Ministerpräsident kommt, werden auch die Zweifler und Beschwichtiger erkennen, dass aus der staatstragenden bayerischen Partei für Franken nichts gutes kommt.

  4. 4
    andy 

    Das is richtig, Franken hatte kaum was vom fränkischen Ministerpräsidenten!

  5. 5
    jOjO 

    Solange unsere fränkischen Politiker/-innen nicht selbstbewusst als Franken/Fränkinnen, sondern nur als „Nordbayern“ auftreten, wird sich nix verbessern. Die Oberbayern haben uns mal wieder vorgemacht, wie es geht. Die CSU-Seppln haben sich kurzerhand ins Hinterzimmer eingeschlossen und das Kommando übernommen. Da sollten sich unsere fränkischen „Volksvertreter“ mal ein Beispiel daran nehmen und als Fränkische Fraktion parteiübergreifend fränkische Interessen durchsetzen. Aber diese De***n schaffen es ja nicht einmal die Beutekunst wieder zurück nach Franken zu holen und den weiß-blauen Fetzen von unserer Burg runter zu kriegen. Was will man da noch erwarten?

  6. 6
    Danny 

    Ich bin wirklich schockiert was da zur Zeit abläuft. Für mich waren die bayrischen Verhältnisse die letzten aus der „guten alten“ Zeit wo es noch klare Verhältnisse gab. Nun ist es nur noch ein Hauen und stechen zwischen den verschiedenen Ebenen. Leider scheint auch in Bayern das Geld zu regieren.

  7. 7
    Karl-Heinz 

    „Leider scheint auch in Bayern das Geld zu regieren.“
    Ja, Amigo, so scheint es …

  8. 8
    Boxster 

    als Starnberger bin ich froh das Beckstein endlich weg ist. Ich mag keine Franken…

  9. 9
    andy 

    @ Boxster: Und wir mögen keine Starnberger! 🙂

  10. 10
    riemretim 

    Oh ja, bitte!!! Gründet doch endlich euer eigenes Bundesland!! Wir Altbaiern wären sicher nicht traurig…

  11. 11
    andy 

    @ riemretim: Siehst Du, wir müssen ja nicht streiten! Wir verstehen uns doch sehr gut! 😀
    Eine klassische „Win-win-Situation“…

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