Spiegel: Starker Tobak zu Pauli-Gate

Freitag, 5. Januar 2007 |  Autor:

Eine der lesbarsten oder lesenswertesten Ausgaben des SPIEGEL ist die Ausgabe Nr.1 die ich gerade vorliegen habe. Und da ich mich ja immer freue, wenn mal was über die fränkische Heimat drin steht (kommt leider selten vor) habe ich mit Vergnügen den Bericht Blockade der Kandidaten“ verschlungen “ natürlich nicht, ohne Besonderheiten daraus hier zu präsentieren:

Der Bericht behandelt die Pauli-Gate-Affäre nur am Rande, nimmt diese aber zum Anlass die gesamte CSU-Stoiber-Angelegenheit zu beleuchten:

Der SPIEGEL vergleicht die derzeitige Situation mit der von 1993, als ein in die Amigo-Affäre verstrickter Max Streibl von einem „blonden Fallbeil“ (da war Stoiber noch nicht so grau) quasi gestürzt wurde und meint weiter, dass die fehlende Rückendeckung in Bayern auf die unglückliche Bundespolitik zurückzuführen ist.

Zweimal hat der CSU-Chef 2006 in Nachtsitzungen mit den Spitzen von SPD und CDU Kompromisse zur Gesundheitsreform ausgehandelt, jedes Mal hat er hinterher den Beschluss wieder in Frage gestellt.

Weiter sind die Autoren der Meinung, dass nun da der Chef nicht mehr „unantastbar“ scheint der alte Ärger über dessen „sprunghafte Art“ und seinem Führungsstil hochkommt.

Stoiber war nie zimperlich wenn es darum ging, Widersacher zu Fall zu bringen. Schon früh hat er einen Kreis von Vertrauten um sich geschart, die sich in der Kunst des politischen Armdrückens verstanden und dabei auch vor Drohungen nicht zurückschreckten.
Der frühere CSU-Chef Theo Waigel denkt noch immer mit Wut an jene Wochen zurück, als er den glücklosen Streibl als Ministerpräsidenten ablösen wollte. Plötzlich setzte es Anrufe bei den Chefredaktionen der Münchner Lokalzeitungen, in denen, mit der Bitte um Quellschutz, darauf hingewiesen wurde, dass Waigels Frau krank sei und er seit längerem eine Geliebte habe.
Bis heute ist unklar, wer hinter der Verbreitung der Gerüchte steckte. Klar ist, dass Stoiber davon profitierte.

Ziemlich starker Tobak, den da der SPIEGEL vom Stapel lässt.

Dass Stoibers Tage gezählt sind führt der Bericht auch auf die Tatsache zurück, dass früher eine solche Angelegenheit (Pauli-Gate) totgeschwiegen worden wäre und Frau Pauli im Anschluss „erledigt“ gewesen wäre. Allerdings favoritisieren die Herren Ralf Neukirch und Markus Verbeet (SPIEGEL Radakteure) als Nachfolger auf dem Ministerpräsidentenposten Joachim Herrmann und Horst SeehoferGünther Beckstein wird überhaupt nicht genannt!

Also Stoibär.de, vielleicht zusätzlich zu beckenstein.de auch vorsorglich mal herrmann.de und seehofer.de resevieren, wobei ich, um beim Gag zu bleiben bäckstein.de bevorzugen würde?¦ 🙂

Zitate aus DER SPIEGEL Nr.1 / 30.12.2006

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Thema: Franken-Bayern, Pauli-Gate, Stoiber-Rücktritt

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Ein Kommentar

  1. Der Weigel ist eigentlich der einzige CSU-Politiker, den man im Nachhinein aus der ausklingenden Strauß-ßra noch wirklich als „sauber“ bezeichnen kann. Wahrscheinlich war das sein Problem.

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