Aus für den Transrapid

Donnerstag, 27. März 2008 |  Autor:

Heute morgen meldeten die Radio-Sender in Bayern diesem Bundesland, dass neue Erkenntnisse von Experten einen Anstieg der Baukosten für die Magnetschwebebahn in München von 1,85 Milliarden auf über 3 Milliarden Euro (die Süddeutsche hatte berichtet). Damit sei nun die erwartete Kostenexplosion eingetreten, da die Expertise Jahre alt war (Machbarkeitsstudie von 2002) und sich seitdem alleine die Kosten für die Kupferschiene vervielfacht haben – ganz abgesehen von der Mehrwertsteuererhöhung!

Nun meldet der SPIEGEL ganz aktuell, das endgültige Aus für Stoibers Prestigeprojekt: „Bundesregierung, bayerische Landesregierung und Industrie haben beschlossen, die Transrapid-Strecke vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen nicht zu bauen„.

Da der Bund nicht mehr als die veranschlagten 925 Millionen beisteuern wollte, Ministerpräsident Günther Beckstein den Anteil Bayerns auf 500 Millionen beschränkte („das Spielzeug seines Vorgängers„) und auch von der EU kein Geld zu erwarten war, verabschiedet man sich an der Isar von Stoibers großkotzig verkündeten Abschiedsgeschenk (Stoibers Transrapid-Rede).

Damit dürfte nun auch das Bürgerbegehren in München am 13.04. hinfällig sein – auch über das Volksbegehren muss nun nicht mehr entschieden werden!

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Thema: Nürnberg-München

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6 Kommentare

  1. 1
    PG 

    Wie immer in der Politik wird es ganz hoch angepriesen, Leute setzen sich zusammen, würfeln mit vagen Vorgaben einen Kostenvoranschlag und stellen hinterher fest, wird doch doppelt oder dreimal so teuer. Zum Glück lässt man sich diesmal in der Politik auf so etwas nicht ein. Ich finde es gut, dass der Transrapid nicht gebaut wird.
    Die Wirtschaft lockt erst mit günstigen Kalkulationen und wenn bereits Millionen verbraten wurden, kommt die Erkenntnis „oh… wird doch nen bisle teuer…“. Man sollte die Unternehmen in eine verbindliche Haftung nehmen, dass das Angebot max. um 10% abweichen darf. Ist doch soweit auch üblich oder?

  2. 2
    andy 

    „Man sollte die Unternehmen in eine verbindliche Haftung nehmen, dass das Angebot max. um 10% abweichen darf.“

    Das sollte doch mal Schule machen!!

  3. 3
    Reinhard 

    Die 1,85 Mrd â?¬ veranschlagten Kosten waren Daten
    der Machbarkeitsstudie 2002.
    Den vor sechs Monaten getroffenen „Festpreis“ über diese Höhe der beteiligten Firmen sehe ich als pokern an, sie waren in der Hoffnung, dass die Politik finanziell noch nachlegt, deshalb hat man sich auf diese Pseudokosten „festgelegt“. Und verloren – und zurecht.
    Das grenzt schon fast an versuchten Betrug, insofern stimme ich „PG“ absolut zu.
    Mit Steuergeldern investieren schön und gut – aber nicht auf diese Art von versuchter Abzocke.

  4. 4
    bdsm 

    die haben halt alle keine Ahnung hauptsache Knowhow ins Ausland verkaufen und selber nicht nutzen!

  5. 5
    andy 

    @ bdsm: Wenn selber nutzen aber für ne anständige Strecke und nicht für ne „innerstädtische“ Verbindung!

  6. 6
    Sonnenbrillen 

    Die sollten doch einfach mal durch ganz Europa Strecken bauen dann bräuchte man keine Flugzeuge mehr!!

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