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Fränkisches Gedicht: Walberla

Donnerstag, 1. Mai 2014 | Autor:

Nach der „fränksichen Bayernhymne“ habe ich nun ein weiteres fränkisches Gedicht erhalten! Auch das stammt aus dem Gedichtband von Werner Rosenzweig „Wenn der Frange frängisch red, der Breiß ka anzichs Word verschdehd„! Viele Späße:

„Zur Ehrenbürg steig ich hinauf,
Eine Maß Bier mir oben kauf!“,
Der Preuße spricht am ersten Mai,
„Das ganze Jahr ich drauf mich freu.
Walburgisfest ist angesagt,
Was dieses ist? Bin überfragt!“
Ein Oberfranke aus dem Orte
Vernimmt des Preußens fragend Worte.
Er spricht ihn an und klärt ihn auf,
Erzählt mit klugen Worten drauf:
„Walberla, su haßd der Berch,
Am erschdn Mai herrschd do a Gwerch,
Weil mier im scheena Oberfrangn
Der heiligen Walburga dangn.
Sie schüdzd vor Hexn und Dämonen,
Die do auf diesem Berch drobn wohnen.
Schüdzd unsre Heiser, Viecher, Wälder,
Verdreibd die Hexn vo die Felder.
Bloß aane Nachd, die Höllenbruud,
Am Walberla nu schbuggn dud.
Dees is die Nachd zum erschdn Mai,
Sen alle Hexn mid dabei.
Dann reidns auf ihrm Reisichbesen,
Iehr Zauberbuch dens fleißich lesn,
Und braua sich an Zauberdrank,
Danach sens bsuffn, Gott sei Dank!

Dun zaubern, singa, furchdbar laud,
Do hilfd bloß dees Johannisgraud.
Dorglns bsuffn dann den Berch do runter,
Do schüdzd ganz wirgsam a Holunder.
Am näxdn Dooch, am erschdn Mai,
Is all der Zauber scho vorbei.
A Grund zum Feiern, Schbäßli machen,
Drum lassns mier dann richdi krachen,
Am Walberla, am Berch do drobn,
Wu sunsd Dämonen, Hexn dobn.
Mier feiern dees Walburgisfesd,
Walburga uns schee grießn lässd.
Und jedes Joahr, am erschdn Mai,
Do seid iehr Breißn aa dabei,
Foahrd midn Audo den Berch do rauf
Und fiehrd eich wie die Hexn auf.
Fressd unsre Bradwerschd, saufd unser Bier,
Edz sooch amol, was wolld iehr hier?
Habd kaane Ahnung vo der Gschichd,
Und doch an gscheidn Rausch im Gsichd,
Lassd eiern Dregg und Müll do obn,
Do missn ja die Hexn dobn.
Schee is nemmer auf dem Berch
Mid dem ganzn Breißn-Gwerch.
Blabd doch daham in Nemberch, Ferth,
Dees is der Bladz, wu iehr hie gherd.

(Copyright www.roetten-buch.de)

Das Buch gibt es hier: „Wenn der Frange frängisch red, der Breiß ka anzichs Word verschdehd

Wieder ein großes Dankeschön an Werner Rosenzweig, dass ich das hier reinstellen darf! 🙂

Thema: Fränkisch | 4 Kommentare

Fränksiches Gedicht: Berchkerwa

Sonntag, 6. April 2014 | Autor:

Nach der „Weihnachtsgans“ habe ich nun ein weiteres Gedicht auf fränkisch erhalten! Auch das stammt aus dem Gedichtband „Wenn der Frange frängisch red, der Breiß ka anzichs Word verschdehd„! Viel Spaß dabei:

Mountainchurchweih is the best,
And the oldest Frankenfest.
On Pfingsten-Thursday, every year
Wird angezapft a barrel beer.
The Erlangen mayor then verkünd:
“Ozapft is, you can now drink!”

Then it begins, the Fest called “Berch”,
Is everywhere a big Gewerch.
The ox on Spieß smells really lecker,
And Brezen sells the Meyer-Bäcker.
So mancher guest genüßlich kaut,
On Franken-Bratwurst, Sauerkraut.

In front of smudgy Kellertür,
The people wait for their Maß Bier,
Dressed in Dirndl, Lederhosen,
And then with their Maß Bier anstoßen.
Left davon the Schaschligg bruzeln,
Right some men on Rettich zuzeln.

Also the music plays recht laut,
The drummer on the Trommel haut.
AProsit of Gemütlichkeit,
A drunken man on street hin speit.

Meanwhile the people tun schon schunkeln,
The golden stars vom heaven funkeln.

All streets are full, and in den Gängen
Die Leute hin zur toilet drängen.
The beer rumort im Unterleib,
Zum toilet house is ganz schön weit,
And außerdem recht overcrowded,
Therefore the Motto always lautet:

Keep cool, brich nothing overs Knie,
If urgent you must go for pee,
Stand up with Ruh from your Biertisch,
And have a look for a Gebüsch.

Sometimes nach elf Uhr in der Nacht,
Police appears ganz ruhig und sacht,
And höflich sagt die Polizei:
„The festival is now vorbei!”

Then many thousands of the guests,
Which kamen zu dem Churchweih-Fest,
Are going down town, in die Kneipen,
And want a little länger bleiben.
They have their Kragen not yet voll,
And furthermore it is quite toll,
To trinken Bier and Schnaps and wine,
As no one stands auf einem Bein.

Twelve days and nights the Fest goes on,
Since seventeen fifty five nun schon,
And every year Gemütlichkeit,
Die people zu dem “Berch“ hin treibt.
Almost a jeder churchweih guest,
Sagt: “Much schöner than Oktoberfest!“

(Copyright www.roetten-buch.de)

Das Buch gibt es hier: „Wenn der Frange frängisch red, der Breiß ka anzichs Word verschdehd

Wieder ein großes Dankeschön an den Verfasser Werner Rosenzweig für die freundlichen Genehmigung!

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Fränksches Weihnachtsgedicht: Die Weihnachtsgans

Montag, 23. Dezember 2013 | Autor:

Nach der „fränksichen Bayernhymne“ habe ich nun auch ein Weihnachtsgedicht auf fränkisch erhalten! Auch das stammt aus dem Gedichtband „Wenn der Frange frängisch red, der Breiß ka anzichs Word verschdehd„! Viel Spaß:

Mier woarn am Wech zum Gardasee,
Nu immer scheind die Sunna schee.
Sebdember woars, iech maan der Erschde,
Do froochd miech meine Allerbesde:
„Wos willsd an Weihnachd heier kochn?“
So had sie wördlich zu mier gschbrochn.
Miech hads grissn sooch iech eich,
Doo auf der Schdrass in Österreich.
„Ja sooch amol, bisd du nu gscheid?
Erschd in vier Monad is Weihnachdszeid!
Do froogsd mi heid scho heimlich schdill.
Was iech an Weihnachd essn will!
Was solln dees edz?“, habbis gfrachd,
Worauf sie aufbrachd zu mier sachd:
„Edz hab di ned su, alder Debb,
Erschd neili hammer drieber gred.
Mei Mudder is dees Joahr verreisd,
Was glibb und gloar und deudlich heißd:
Fährd a boar Dooch nach Klosder Banz.
Nix is mid der Weihnachdsgans!
Die miss mer heier selber bradn,
Drum ieberlech iech, kann ned schadn,
Wu kriegn mier die Gans dann her,
Is goar ned einfach, ganz schee schwer.
weiter…

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