Pottenstein in Flammen

Mittwoch, 4. Januar 2017 |  Autor:

Alle Jahre wieder herrscht in der Fränkischen Schweiz am Dreikönigstag der Ausnahmezustand: Pottenstein in Flammen – Beschluss der ewigen Anbetung!

Frankenjura.com

(Bild Frankenjura.com)

Alljährlich am 6. Januar feiert die Kirchengemeinde den Brauch der „Ewige Anbetung mit Abbrennen der Bergfeuer“ oder des „Lichterfests“, was auf einen Beschluss des Bamberger Fürstbischofs von 1759 zurückgeht. Während eine Prozession, von einheimischen Handwerkern gefertigte Triumphbögen durchläuft, werden auf den Bergen rund um das idyllisch gelegene Felsenstädtchen ca. 1000 Feuer entzündet. Spektakel in Franken.

Jedes Jahr lockt das Spektakel ca. 20.000 Besucher in die oberfränkische Gemeinde, die um den Ansturm Herr zu werden ab 15:00 Uhr sogar die B470 sperren lässt! Die dadurch entstehenden „Sackgassen“ werden von der Polizei in entgegen gesetzter Fahrtrichtung zum Parken freigegeben – ja die Herren in grün spielen sogar Parkeinweiser.

Im Ortskern werden an jeder Ecke Bratwurstbrötchen („Broodwoschdweggla“), Glühwein, Tee, Bier, etc. von den Einheimischen an provisorischen Ständen angeboten, was einem die Wartezeit bis ca. 17:00 Uhr versüßt. Denn dann werden zum Start des Prozessionszuges die Glocken geläutet und die zahlreichen Helfer und Feuerwehrleute setzen die tausend Feuerstellen in Brand. Nach einiger Zeit bietet sich dem Betrachter ein atemberaubendes Bild, dass man allerdings nur mit Stativ fotografieren sollte “ alle anderen Versuche sind nahezu vergebens?

Pottenstein in Flammen Triumphbogen Beschluß der Ewigen Anbetung

Ich hab es trotzdem versucht, man kann es leider nur erahnen. Auf dem rechten Bild ist rechts von der Bildmitte einer der Triumphbögen zu erkennen.

Zusätzlich zu den Feuerstellen werden auch noch bestimmte Gebäude und Gipfelkreuze rot angestrahlt, was die besinnliche Stimmung noch unterstreicht. Nach ca. 1 Stunde werden die Feuer kleiner und die Leute begeben sich auf die Heimreise, welche, wenn man etwas Geduld mitbringt, gar nicht so schlimm ist wie man es eigentlich erwarten müsste.

Tipp: Von der Autobahn A9 sind es ca. 10 Minuten bis Pottenstein und wenn man nach 15:00 Uhr kommt empfiehlt es sich bereits ab dem Felsenbad mit der Suche nach einem Parkplatz bzw. einer Wendemöglichkeit zu beginnen. Man kann auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen und so die Staus umgehen (Infos auf fraenkische-schweiz.de hier). Des weiteren werden die Besucher gebeten den kirchlichen Hintergrund des Festes zu respektieren und auf das Zünden von Feuerwerkskörpern zu verzichten, ebenso wie auf unnötigen, die Prozession störenden Lärm.

PS: Am schönsten wirken die ganzen Feuer natürlich wenn Schnee liegt, was in dem Jahr oben leider nicht der Fall war! 2017 ist es geradezu perfekt!

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Thema: Franken allgemein

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5 Kommentare

  1. 1
    Sannchen 

    Schöne Bilder. Auch wenn ich mit dem Religiösen nichts am Hut habe, finde ich es doch schade, dass es sowas bei uns im Norden nicht gibt

  2. 2
    Hotel fränkische Schweiz 

    Wow, die Bilder sind beeindruckend. Ich habe es leider noch nie live gesehen, aber nächstes Jahr gehe ich auf alle Fälle hin. Wusste echt nicht das es so schön ist.

  3. 3
    Lara 

    Echt super. Ich wusste nicht darüber. Die Bilder sind ja schon mehr als beeindruckend. Live wird es noch um einiges beeindruckender sein.

    Januar 2014: Wo ich mit der Familie hin will ist ja wohl klar …

  4. 4
    Oliver Huber 

    Nicht nur Franken ein absolutes Muss: „Pottenstein in Flammen – Beschluss der ewigen Anbetung!“
    Jedes Jahr immer wieder Atemberaubend schön. Servus Oli

  1. […] Das Oberpfalznetz beschreibt die Reaktion des Seltmann Geschäftsführers Werner Weiherer: Der warf die Zeitung direkt in den Papierkorb. Macht ihn das nicht erst recht terrorverdächtig? Mir waren ja die Weidener schon immer ein wenig suspekt. Aber mußten die ausgerechnet mit den Franken zusammenarbeiten? Die haben doch außerdem selbst gerade erst Pottenstein angezündet! […]

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