Mein Konzept-Vorschlag für die Wasser Welt Wöhrder See

Freitag, 29. Juli 2011 |  Autor:

Man kann nicht wirklich behaupten, dass ich ein großer München-Fan bin, eher das genaue Gegenteil. Doch ich hab mich breitschlagen lassen und bin in die „böse Stadt“ gefahren, auch mit dem Hintergedanken, dass ich mich aufgrund der Initiative „Nürnberger Dauerwelle“ und der Initiative Surfen am Wöhrder See mal vor Ort über diesen berühmten Eisbach informieren wollte. Tja, was soll ich sagen? Ich war doch sehr begeistert von diesem „Bach“ und dem dazugehörigen Englischen Garten, dass ich das sogleich als Konzept für den Wöhrder See zu Rate ziehen würde. Daher wäre mein Vorschlag für die Wasser Welt Wöhrder See bzw. eine vergleichbare Gewässerlage in Nürnberg folgender:

Wasser Welt Wöhrder See

Man kann nicht wirklich behaupten, dass ich ein großer Söder-Fan bin, eher das… aber das sagte ich ja schon. Aber diese Vorschläge für die Aufwertung des Wöhrder Sees finde ich echt klasse und pflichte dem Umweltminister bei, dass ein Erholungsgebiet in dieser zentralen Lage unbedingt nutzbar sein muss – und nicht nur als dreckige Algen-Kloake in der Gegend rumstehen darf. Der Freistaat Bayern und die Stadt Nürnberg sind sich einig, das hier Handlungsbedarf besteht.

Das Konzept des Wasserwirtschaftsamts Nürnberg sieht einen Fischweg (Fisch- und Kanutenwanderung, toll für Sport und Natur) am Wöhrder Talübergang vor, eine Inselwelt, ein Insel mit Riff, einen Boulevard an der Nordseite, einen Sandstrand, sowie eine Badebucht vor (Mehr hier). Das würde ich alles sofort so unterschreiben (wenn denn nicht irgendwo doch noch ein Haken ist).

Meine Ergänzungen zum Konzept

1. Stehende Surfwelle am Wöhrder Talübergang:

Über diese Welle wurde schon viel diskutiert, ich empfinde sie als absolut notwendig. Und das nicht weil ich ein begeistertet Surfer bin (eher im Internet als auf dem Wasser), sondern eher weil ich der Meinung bin, dass eine Großstadt wie die Frankenmetropole auch solche hippen und coolen Sportarten bieten muss. Das ist Lebensqualität, das ist Flair und würde auch sehr gut zu dem Wildwasser-Abschnitt für Kanufahrer passen (Fischweg)!
Auch die zentrale Lage an der Adenauer-Brücke sollte genutzt werden, weil es Nähe zur Innenstadt aufweist und man am „Vorbild Eisbach“ sehen kann, wie begehrt eine solche Brücke bei den Zuschauern ist (siehe Bilder). Hinzu kommt dass an dieser Stelle Buslinien vorbeikommen und die S-Bahn-Station Dürrenhof ist auch nicht weit, nicht zu vergessen die Nähe des U-Bahnhofs Wöhrder Wiese.

Da höre ich natürlich gleich wieder die Nachmacher-Nachmacher-Rufe und entgegne: Warum nicht ein erfolgreiches Konzept übernehmen? München hat ja schließlich auch das erfolgreiche Konzept des Doku-Zentrums übernommen!?

Update: Die stehende Welle wird an der Theodor-Heuss-Brücke im westlichen Pegnitztal entstehen!

2. Schnell fließender Abschnitt nach der Welle:

Auch hier konnte ich das erfolgreiche „Original“ in München beobachten (siehe Foto mit Springer). Da das Wasser der Pegnitz für die stehende Welle ohnehin beschleunigt ist, bietet es sich an, im Anschluss einen Badeabschnitt mit hoher Fließgeschwindigkeit zu machen – natürlich mit gebührendem Abstand zu den Surfern.

3. Chill-out-Flußarm:

Das perfekte Gegenstück zu den Surfern, Kanufahrern und Schnell-Badern ist ein Flußarm in Bachform (siehe Bild). Ich trau es mit fast nicht sagen, aber auch das ist mit begeisterndem Erfolg in München zu betrachten. Hier kann man sich ins Gras setzen, die Füße ins Wasser hängen, ein gutes Buch lesen und ausgiebig Sonnenbaden.

Nur die „Naggerdn“ ausm Englischen Garten sollten nicht übernommen werden. Denn schließlich sollte man sich an der schönen Aussicht erfreuen dürfen! 😉 Absoluter Pluspunkt ist hier wieder die zentrale Lage, die sicherlich auch von der arbeitenden Bevölkerung in der Mittagspause genossen werden kann. Der Biergarten in der Nähe wird seine wahre Freude daran haben.

4. Copa Cagrana oder Copa Franconia

Das Vorbild für diesen Gedanken war die Copa Cagrana (Nähe zum Stadtteil Kagran) in Wien (Bilder vom Glubb-Blog). Gemeint ist hier natürlich nicht der ganze „Vergnügungspark“, keine Angst, ich weiß dass hier Menschen wohnen. Ich meine eher die „Gastro-Meile“, die durch einen auf dem Wasser schwimmenden Pfad/Brücke verbunden ist (Mehr hier). Flair wird hier großgeschrieben, Konkurrenz belebt das Geschäft: Hier reihen sich Bars und Restaurants am Ufer aneinander, die Gäste genießen den Blick aufs Wasser. Realisierbar wäre das in der Nähe des Parkplatzes Norikus – ob eine schwimmende Brücke auf die gegenüberliegende Seite zur Bar B2 oder und Klüpfel etc. möglich oder nötig wäre, vermag ich nicht zu sagen.
Vorteil der Lage wäre mal wieder die Nähe zur Innenstadt, öffentliche Verkehrsmittel und dass in der Nähe auf dem ehemaligen Milchhof ausschließlich Geschäftsgebäude entstehen, d.h. Anwohner sollten somit kaum gestört werden.

5. Rafting-Park

In Markkleeberg gibt es einen Rafing-Park für Wildwasserfahrten – Mitten im Nirgendwo, aber dennoch gut besucht. Vielleicht an dieser Stelle auch einen Gedanken wert… oder sowas doch lieber ins Fränkische Seenland?

6. Angebot erzeugt noch größeres Angebot

Vor einiger Zeit waren wir auf dem Wöhrder See Tretbootfahren – und das war fast schon peinlich: Veralgtes Wasser, alte Tretboote, tote Hose auf und um den See. Gäste aus fremden Orten führe ich hier schon gar nicht her.
Wäre ein anständiges Angebot vorhanden, würde das auch mehr Gäste und Besucher anlocken und der alte Mann in dem Tretboot-Häuschen täte einem nicht mehr so leid. Beobachten konnte man so etwas wo? Natürlich, im Englischen Garten. Denn hier ist für Wassersportler, Sonnenanbeter, Radfahrer, Biergarten-Liebhaber usw. usw. was geboten, sodass es sich hier sogar lohnt einen Verleih für „Conference bikes“ zu machen! Das komplette Angebot am See würde dann ein wahrer Wirtschaftsfaktor werden.

Fazit:

Um das noch mal klar zu stellen, ich denke das ist nötig: Der Wöhrder See soll größtenteils im natürlichen Zustand bleiben und der obere See mit Vogelschutzgebiet und Erkundungspfade für Kinder muss auf jeden Fall realisiert werden. Nur denke ich, dass das Gebiet um den unteren Wöhrder See und Wöhrder Wiese eine Aufwertung verdient hätte und aufgrund der Lage zwischen U-Bahn und S-Bahn geradezu prädestiniert wäre für eine Vergnügungs- und Erholungsmeile. Dass so etwas ohne Lärmbelastung und Parkplatznot von statten gehen kann, zeigt das Beispiel Englischer Garten mit Chinesischer Turm geradezu beispielhaft. Ich habe übrigens 4 Jahre hinter einer Gaststätte mit Biergarten gelebt, so schlimm ist das nicht!

Heute morgen war Markus Söder im Nürnberger Lokalfunk zu hören und sagte, dass man den Wöhrder See nicht zu einem „Disneyland“ machen will. Naja, also zwischen ner Badebucht, ner Kanustrecke und 3 Restaurants, und nem Resort auf 1745 Hektar ist schon ein himmelweiter Unterschied. Ich denke dass viele dieser Aussagen auch der Angst der Anwohner gezollt ist, die einfach fürchten dass Sie bald ein Freibad vor der Tür haben. Den typisch fränkischen Graus vor etwas neuem auch nicht zu vergessen. Denn mit Sicherheit ist eine solche Einrichtung ein Beitrag, dass Nürnberg in den Lebensqualität-Rankings nach oben klettert und das ist nun einmal ziemlich wichtig für Großstädte in der heutigen Zeit.

Hauptgrund dieses Beitrags war, dass ich diese Einrichtungen in fremden Städten genossen habe und mir wünschen würde, das in meiner Heimat auch zur Verfügung zu haben! Diese Vorschläge sind es wert, zumindest diskutiert zu werden!

Ich hoffe nur, dass die Nürnberger nicht so dumm sind und dieses Vorhaben „Neugestaltung Wöhrder See“ wieder mal vorher schon stoppen. Franken wird klar benachteiligt von München, aber manchmal ist der Franke auch selbst schuld, weil er keine Neuerungen zulässt. Nürnberger, ich zähl auf Euch!

So, und jetzt stürzt Euch auf die Kommentar-Funktion! 😉

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Thema: Nämberch

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3 Kommentare

  1. 1
    Roman 

    Danke, dass ich zu deinem tollen Artikel etwas über den Eisbach beitragen konnte.
    Ich finde es aber auch nicht verwerflich, erfolgreiche konzepte in anderen Städten abzuschauen. Hoffentlich bekommt ihr euren tollen Badesee 🙂
    Grüße, Roman

  2. 2
    andy 

    Hier ein Bericht vom Tag des Wöhrder Sees:
    Im Herbst beginnt der Bau des Boulevards

  1. […] denn ich habe von einem Kollegen die ultimativen Reisetipps bekommen! Am meisten bin ich auf die Copa Cagrana gespannt! Auf gehts […]

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