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18. Fränkisches Bierfest in Nürnberg

Donnerstag, 21. Mai 2015 | Autor:

Die Europäische Bierhochburg feiert wieder! Vom 03. bis 07. Juni 2015 findet im Nürnberger Burggraben schon zum 18. Mal das „Fränkische Bierfest“ statt.

Längster Biergarten Bayerns

…steht in Franken. Im Schatten des Nürnberger Wahrzeichens haben sich wieder ca. 40 Brauereien aus Nürnberg, dem fränkischen Umland und aus den Partnerstädten eingefunden, um in herrlichem Ambiente ihre Spezialitäten auszuschenken (ca. 100 verschiedene Biersorten). Traditionelle Speisen (fränkische Brotzeit), Obstbrände und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm, diesmal sogar mit einem „Frankentag“ runden das Angebot ab:

Programm:

Für Kinder: Mini-Bahn, AirBrush-Tattoos, Streichelzoo und Hüpfburg

Geöffnet: Mittwoch (Eröffnung um 17:00 Uhr durch Fränkische Bierkönigin zur Hymne „Mei Nemberch is schee“) Donnerstag und Sonntag ab 11:00 Uhr, Freitag 14:30 Uhr und Samstag ab 14:00 Uhr. Schankschluß is täglich um 23:00 Uhr.

Das Festgelände hinter der Kaiserburg ist über das Hallertor zu erreichen oder über eine Treppe am Tiergärtnertor.

Dieses Fest der Brauereien Frankens ist absolut empfehlenswert! Gerade wenn das Wetter mitspielt ist der Blick auf die hoch aufragende Burg nicht zu übertreffen!

Mehr Infos bei bierfest-franken.de

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Brauen… im Speziellen Fränkisch!

Freitag, 21. August 2009 | Autor:

Eine der schönsten Fränkischen Traditionen ist wohl das Brauen. Vom Kloster übers Rote bis zum Rauchbier, eine fantastische Vielfalt.

Aus der Not geboren, das Wasser der Pegnitz im Mittelalter war so dreckig, dass es gesünder war, Bier zu trinken, es wurde durch den Brauvorgang sterilisiert, hat sich bis heute eine Kunst entwickelt.

Um allen Genießern die Herkunft Ihres Glückes näher zu bringen, möchte ich hier den Brauvorgang in 7 einfachen Schritten erklären:

1. Das Malzen

Die Braugerste wird mit Wasser zum Quellen und Keimen gebracht, bis sich grüne Keime gebildet haben dauert es ca. drei Tage.

2. Das Darren

Beim Darren wird der Grundstein des Bieres gelegt, die Keimlinge werden erhitzt und getrocknet, der Keimprozess wird beendet. Es entsteht das Malz. Je heißer und länger das Malz gedarrt wird, desto dunkler wird das Bier.

3. Das Maischen

Das Malz wird mit Wasser auf ca. 45 °C erhitzt, dabei tritt die Malzstärke aus und im nächsten Schritt, bei 70 °C, verwandelt sie sich zu Malzzucker. Bei diesem Schritt ist das Brauwasser von größter Bedeutung. Die mineralische Zusammensetzung des Wassers ist mit ausschlaggebend für den Geschmack des Bieres. (In Aufseß gibt es vier Brauereien, gleiches Malz, gleicher Hopfen, aber 4 Quellen, der Geschmack ist unterschiedlich.)

4. Das Läutern

Die Maischflüssigkeit kommt in den Läuterbottich. Man wartet, bis sich die festen Bestandteile (Spelzen usw) auf dem Boden absetzen, dann filtern diese die Bierwürze (gefilterte Maische) selbst. Später werden noch einige Nachgüsse gemacht (mit heißem Wasser wir die Maische gespült, letzte Bestandteile gehen in die Bierwürze ein). Diese entscheiden mit über den Alkoholgehalt und den Geschmack.

5. Das Würzekochen (das eigentliche Brauen)

Zur Bierwürze kommt nun der Hopfen, der durch seine Bitterstoffe den größten Anteil an der Geschmacksrichtung hat. Alles wird zusammen eingekocht, bis der, für das Rezept richtige, Stammwürzgehalt erreicht wird. Dieser wird mit einer sog. Bierspindel gemessen (wie genau das geht weiß ich leider nicht, ich bin keine Braumeisterin L). Hier kommt jetzt die Hefe dazu, die dann mit dem Malzzucker die Gärung einleitet, bei der Alkohol und Kohlensäure entstehen. Die Kohlensäure wir zumeist abgesaugt und beim Abfüllen oder Zapfen in aufbereiteter Form wieder hinzugegeben.

6. Lagerung

Das Bier wird in Fässer gelagert, die Länge der Lagerung hängt ganz stark von der Sorte ab, bei einigen ein paar Tage, andere Lagern bis zu drei Monaten. Währendessen findet eine Nachgärung statt, die das Aroma verfeinert. Trübstoffe setzen sich ab.

7. Filtrieren

Die letzten Trübstoffe werden entfernt um das Bier schön klar zu machen. Danach kann in Flaschen, Fässer oder Tanks abgefüllt werden.

Unsere fränkischen Biere sind zum größten Teil ungespundet, ein altes Wort, das eigentlich nur beschreibt, dass das Bier eben nicht filtriert wurde. Es ist quasi naturtrüb. Das ist auch der Grund, warum unsere Biere zwar ähnlich dunkel sind, wie die Bayrischen, aber nicht so süß. Bei anderen dunklen Bieren wir das Malz besonders lang gedarrt, bis es dunkel ist, dadurch entsteht dann mehr Zucker.

Der Stammwürzgehalt liegt bei Tucher Pils bei ca. 11-12,5%, Schanzenbräu Rot bei 11,9% und z.B. Weißenoher Festbier bei 13,2%.

Das Nürnberger Rotbier, das wieder mehr Freunde findet (Altstadthof und Schanzenbräu) ist das regional traditionsreichste Rezept. Die rote Färbung kommt von besonderer Gerste, die nicht besonders lang, aber heiß gedarrt wird.

Um mehr übers Brauen zu Erfahren bietet sich ein Besuch im Fränkischen Brauerei Museum in Bamberg an. Aber natürlich auch gerne eine Brauereiführung mit Verkostung. In Nürnberg kann man einen Sortenrundgang empfehlen (Schlenkerla am Tiergärtnertorplatz, Altstadthof in der Bergstraße, Barfüßerbräu in der Königstraße, der Schanzenbräubiergarten in der Adam-Klein-Straße). Wer einen Fahrer findet kann natürlich auch die Brauerein in der Fränkischen abgrasen, rund um Aufseß (Hetztelsdorf, Kathi, Hohenschwärz) oder man trinkt einmal die Karte im Landbierparadies durch, das ist Führerschein freundlich.

In diesem Sinne Prost und den Geschmack beim Trinken nicht vergessen!!!!

Lena (Gastautor)

– Danke für diesen Klasse-Gastbeitrag, Lena! – Viele Grüße! Andy

(Das wäre doch was für unseren Bierbrauset-Besitzer, oder?)

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Test der Nürnberger Biergärten

Donnerstag, 30. Juli 2009 | Autor:

Ein Ziel dieser Seite ist es ja, die Besonderheiten der Region Franken herauszustellen. Oftmals handelt es sich aber um Dinge, die für die meisten von uns völlig normal sind, von anderen Franken aber kaum wahrgenommen werden. Vielmehr loben diese dann solche Einrichtungen in anderen Städten!

Die Mutter solcher Beispiele ist der Biergarten: In München als Lebensart gelobt und sogar Geschäftsreisende ein MUSS, in Nürnberg dagegen kaum wahrgenommen, obwohl sie den vorgenannten in nichts nachstehen!

Die Abendzeitung Nürnberg hat in diesem Zusammenhang eine tolle Liste veröffentlicht, mit augenblicklich 23 wirklich guten Biergärten in Nürnberg:

Im Test: Die lauschigsten Biergärten der Stadt (hier)

Im Einzelnen sind das:

  • Hexenhäusle
  • Lederer Kulturbrauerei
  • Steinplatte
  • Palmengarten
  • Wies’n Biergarten
  • Kettensteg
  • Cafe & Bar Celona Finca
  • Tucherhof am Marienberg
  • Gutmann am Dutzendteich
  • Kopernikus-Garten
  • Waldschänke
  • Hummelsteiner Park
  • S’Gärtla
  • Bienenheim
  • Zabo-Linde
  • Lutzgarten (Großreuth h. d. Veste)
  • Marientorzwinger
  • K4-Kulturgarten
  • Schießhaus im Wald
  • Zollhaus
  • Schanzenbräu
  • Gasthaus Rottner
  • Das „Laternd’l

„Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!“

(nach Johann Wolfgang von Goethe)

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Leserbrief zu „Luftige Esszimmer für warme Tage“

Montag, 15. Juni 2009 | Autor:

Endlich gibt es mal wieder einen Leserbrief von mir! Und zwar zum Bericht „Luftige Esszimmer für warme Tage“ vom 05.06.2009 (N-Extra), in welchem die Verfasserin Katharina Erlenwein meinte  es gäbe „Gott sei Dank – bayerisches Bier“ in Nürnbergs Biergärten!

Ich möchte Frau Erlewein für diesen kleinen Rundumblick über und durch die Nürnberger Biergärten danken. Was in anderen Städten als etwas besonderes gepriesen wird, ist auch hier bei uns durchaus anzutreffen – das einzige was uns fehlt ist ein Staatsfernsehen, dass das ständig in die Welt posaunt. Allerdings bedarf es bei Frau Erlewein in Sachen „Fränkisches Bier“ unbedingt an Aufklärungsarbeit. Denn Pyraser (deutlich auf den Bildern zu erkennen), Kitzmann und Tucher als „Bayerisches Bier“ zu preisen, ist ebenso falsch, wie einen Volkacher Kirchberg als „Bayern-Wein“ zu bezeichnen – auch wenn einem hier allein schon der Begriff Schmerzen bereitet. Ich hoffe sie haben sich auf dem 12. Fränkischen Bierfest ausgiebig über das Fränkische Gebräu und seine Besonderheiten informiert, damit ihnen ein solcher Lapsus nicht noch einmal widerfährt. Denn diese Braukunst und -Vielfalt (Größte Brauereidichte der Welt), die so manchen Fachmann mit der Zunge schnalzen lässt, ist ein Pfund mit dem man zwischen Rennsteig und Altmühl durchaus wuchern sollte.

Mal sehen, ob es abgedruckt wird….

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Bierfest on the rocks

Donnerstag, 11. Juni 2009 | Autor:

Bis jetzt hat das Bierfest im Nürnberger Burggraben etwas Pech mit dem Wetter. Nach einem der ersten Regenschauern sind wir heute eingelaufen – wenigstens waren dann ein paar Sitzplätze frei. Nun aber kurz vor Ende, als sich jeder noch das Gute-Nacht-Seidla schnappen wollte, gab es sogar einen Graupelschauer! Die Eiskügelchen flogen mir auch in mein Schanzenbräu rein – Seidla on the rocks!

Das Fränkische Bierfest ist eine Veranstaltung, die ihresgleichen sucht. 28 hervorragende Brauereien aus Franken (abzüglich 4 Gastbrauereien aus dem bayerischen und macedonischen Ausland) locken im idyllischen Schatten der Kaiserburg Gäste aus Nah und Fern! Andere Regionen würden sich um eine solche Vielfalt und auch Veranstaltung reissen! Ein Traum! Das Mekka für alle Bierfans!

Thema: Franken allgemein | Beitrag kommentieren

Schanzenbräu Gostenhof, einfach Nürnbergerisch

Montag, 8. Dezember 2008 | Autor:

Und wieder wird die Brauereidichte in Franken größer: Im Nürnberger Stadtteil Gostenhof wächst gerade aus einem spaßigen Bierbrauen im Keller eine kleine Brauerei!

Stefan Stretz (Brauer und Diplom-Ingenieur für Brauereitechnologie) und Sebastian Köhler haben im Jahre 2004 im Untergeschoss ihrer Werkstatt Bier zum Eigenbedarf in einem alten Waschkessel hergestellt. Doch mit der Zeit wurde das „Gebräu“ immer beliebter, sodass auch die hergestellte Menge steigen musste. 2006 kam dann der Umzug aus der Bärenschanzstraße (daher der Name „Schanzenbräu“) nach Gostenhof, wo nun einmal im Monat im Hinterhof gebraut wird.

Köhler und Stretz fühlen sich auch der fränkischen Brautradition verbunden und haben keine Angst vor dem Brauereisterben. Gegenüber der NN betonen sie, dass es eher „für die mittelständischen Brauereien schwieriger“ werde, „die kleinen Brauereien“ würden weiterhin „Bestand haben„, da „Niemand Industriebier“ wolle. Ab dem kommenden Jahr wollen die Gostenhofener Bier-Brauer ihr Getränk auch in Flaschen abfüllen.

Bleibt zu hoffen, dass dieses Beispiel erfolgreich bleibt und vielleicht sogar Schule macht – vielleicht könnten dann auch bereits „gestorbene“ Brauereien wieder aufleben? Wie z.B. die Arnold-Bräu in Lauf? Ich werde auf jeden Fall demnächst das „Schanzenbräu Hell“ probieren (In welchen Gaststätten hier).

Mehr zu Schanzenbräu bei Nürnberger Nachrichten (mit Film) oder direkt bei schanzenbraeu.de

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5. European Beer Star Award

Donnerstag, 20. November 2008 | Autor:

Im Rahmen der Messe „BRAU Beviale“ in Nürnberg wurden bereits zum fünften Mal (veranstaltet vom Verband Private Brauereien und der Association of Small and Independent Breweries in Europe) die besten Biere ausgezeichnet und mit den Medaillen des „European Beer Star Award“ prämiert.

Biere, die besonders unverfälscht und charaktervoll sind, die sich geschmacklich hervorheben und die jeweilien Sortenkriterien am besten erfüllen, werden mit diesen Medaillen geehrt! Nach dem Verkosten von insgesamt 688 Bierspezialitäten aus 32 Ländern schnitt wieder einmal Deutsches Bier am erfolgreichsten ab: 61 von insgesamt 126 Medaillen gingen in die Bundesrepublik.

Aber auch die Region mit der größten Brauereidichte weltweit kann auf eine stolze Bilanz verweisen: 18 Medaillen! 6x Gold, 8x Silber und 4x Bronze fürs Frankenland inklusive Hohenlohe-Franken!

Gold:

Brauerei-Gasthof Drei Kronen, Scheßlitz mit „Drei Kronen Weizenbock“ in der Kategorie South German-Style Weizenbock pale
www.kronabier.de

Brauerei Rittmayer, Hallerndorf mit „Rauchbier“ in der Kategorie Smoked Beer
www.rittmayer.de

Zum Löwenbräu Brauerei, Adelsdorf mit „Aischgründer Karpfen-Weisse“ in der Kategorie South German-Style Bernsteinfarbenes Hefeweizen
www.zum-loewenbraeu.de

Brauhaus Faust, Miltenberg mit „Faust Weizen Dunkel“ in der Kategorie South German-Style Hefeweizen Dunkel
www.faust.de

Crailsheimer Engel-Bräu, Crailsheim mit „Bock hell“ in der Kategorie German-Style Pale and Amber Bock
www.engelbier.de

Distelhäuser Brauerei, Tauberbischofsheim mit „Distelhäuser Kristall-Weizen“ in der Kategorie South German-Style Kristallweizen
www.distelhaeuser.de

Silber:

Brauerei Göller, Zeil am Main mit „Göller Dunkel“ in der Kategorie European-Style Dark
www.brauerei-goeller.de

Crailsheimer Engel-Bräu, Crailsheim mit „Aloisius“ in der Kategorie Bavarian-Style Märzen
www.engelbier.de

Crailsheimer Engel-Bräu, Crailsheim mit „Kellerbier hell“ in der Kategorie Pale and Amber Kellerbier
www.engelbier.de

Zum Löwenbräu Brauerei, Adelsdorf mit „Hausbräu-hefetrüb“ in der Kategorie Kellerbier dark
www.zum-loewenbraeu.de

Distelhäuser Brauerei Ernst Bauer, Tauberbischofsheim mit „Distelhäuser Premium Bier“ in der Kategorie Pilsner (German-Style)
www.distelhaeuser.de

Distelhäuser Brauerei, Tauberbischofsheim mit „Distelhäuser Dinkel“ in der Kategorie Top fermented beer with alternative cereals or field crops
www.distelhaeuser.de

Privatbrauerei Günther-Bräu, Burgkunstadt mit „Edeles Lagerbier Bernsteinfarbig“ in der Kategorie Red and amber coloured beer
www.guenther-braeu.de

Kitzmann Bräu, Erlangen mit „Kitzmann Weißbier dunkel“ in der Kategorie South German-Style Hefeweizen Dunkel
www.kitzmann.de

Bronze:

Schlossbrauerei Reckendorf, Reckendorf mit „Recken Light“ in der Kategorie European Light Lager
www.recken.de

Felsenbräu Thalmannsfeld, Thalmannsfeld mit „Felsator Doppelbock“ in der Kategorie German-Style Pale and Amber Bock
www.felsenbraeu-thalmannsfeld.de

Brauhaus Faust, Miltenberg mit „Faust Kräusen“ in der Kategorie Pale and Amber Kellerbier
www.faust.de

Kitzmann Bräu, Erlangen mit „Kitzmann Leichtes Weißbier“ in der Kategorie South German-Style Leichtes Weizen
www.kitzmann.de

Als Krönung ging auch noch ein Publikumspreis nach Franken:

„Drei Kronen Weizenbock“ der Brauerei-Gasthof Drei Kronen aus Scheßlitz erhielt den Consumers` Favourite 2008 in Silber
www.kronabier.de

Herzlichen Glückwunsch an alle und weiter so!

Mehr Infos:

Viel Glück für den 6. European Beer Star Award!!

Thema: Kulinarisch | Beitrag kommentieren

Franken ist die Bier-Hochburg Europas

Mittwoch, 28. November 2007 | Autor:

Frankenland ist Bierland! Nach Erkenntnissen der Bier-Branche ist Franken DIE Bier-Hochburg in Europa. In der Region zwischen Spessart und Altmühltal, zwischen Rhön und Fichtelgebirge, gibt es demnach insgesamt 209 Brauereien und Mälzereien – dass sind laut Hoppenstedt Holding „so viele wie in keiner anderen Region der Europäischen Union“.

Somit hat rund jede vierte deutsche Brauerei ihren Sitz in Unterfranken, Mittelfranken oder Oberfranken! Mit insgesamt 875 Brauereien hält Deutschland den Spitzenplatz unter den europäischen Braunationen, gefolgt von Tschechien mit 70 Bierherstellern auf Platz zwei.

Wie hoch die Braukultur in Deutschland entwickelt ist, kann man auch an dem Verhältnis der Zahl der Gesamtbevölkerung zu den Brauereien sehen. So kommen in Deutschland auf eine Brauerei 94.000 Menschen und in Tschechien 147.000! Lediglich in Luxemburg ist mit einem Verhältnis 79.000 zu 1 die „Brauereidichte“ noch höher als in Deutschland.

Im traditionellen Weinland Frankreich kommen dagegen auf eine Brauerei 1,8 Millionen Menschen, in Portugal 2,2 Millionen und in Italien sogar 2,7 Millionen Menschen.

Eine Brauerei für 375 Personen

Zudem kann Franken nicht nur mit der Nürnberger Messe „BRAU“ und dem Poculator aufwarten, sondern auch mit der Rekord-Gemeinde Aufseß, die über die höchste Brauereidichte (in einem Ort) der Welt verfügt. 2001 gabs dafür sogar einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde: ca. 1.500 Einwohnern stehen sage und schreibe 4 Brauereien gegenüber (Brauerei Reichold, Brauerei Rothenbach, Brauerei Stadter, Kathi-Bräu)!

Diese sogenannten Weltrekordbrauereien sind zudem über einen 14 Kilometer langen Brauereienwanderweg verbunden! Laut Wikipedia wartet am Ende eine Überraschung:

Dieser führt durch die landschaftlich schöne Gegend an allen vier Brauereien vorbei, die zur Einkehr laden. Hat man alle vier der für die Gegend typischen dunklen, kräftigen Landbiere probiert, winkt an der letzten Station die Ernennung zum Fränkischen Ehrenbiertrinker der Weltmeisterbrauereien (Bilder hier).

Mehr Mut, liebe Franken!

Und auch stolz, sofern man das in Deutschland einfordern darf! Stellen wir uns mal vor, Oberbayern hätte die größte Brauereidichte und München die meisten in einem Ort: Man könnte sich kaum mehr retten vor „Mir san Bier„-Aufklebern, vor Plakaten und Werbeflyern, die einem eine Reise „schmackhaft“ machen, vor Leuten die mit riesigen grauen Filzhüten mit der Aufschrift „Brauereidichte: Alles probiert!“ rumstolpern! Das wäre ein Ganzjahres-Oktoberfest und nach kurzer Zeit wäre es chic sich dort sehen zu lassen…. gut, auf das letzte können wir verzichten. Aber man sollte ruhig mit solchen Pfründen wuchern! Damit sich auch in Zukunft Studenten freuen „im schönen Oberfranken mit der höchsten Brauereienanzahl studieren“ zu dürfen! 😉

Ich hätte da jede Menge Ideen! Organisatoren können mich ruhig kontaktieren! 🙂

Weitere Infos zum Thema Bierland Franken:

Bier / beer: Biertrinker kommen an Franken nicht vorbei

Bier in Franken (lieblingsbier.de)

Thema: Franken in Europa | 10 Kommentare

Poculator: Fränkische Brautradition

Donnerstag, 29. März 2007 | Autor:

Im Jahre 2006 ließen die Fürther Komödianten Volker Heißmann und Martin Rassau die mehr als 100 Jahre alte Brautradition wieder aufleben: Das Poculator-Fest! Auch in diesem Jahr war es zusammen mit dem „Bolidigger bredschn“ („Derblecken von Politikern“) beim „Politikum Gaudium“ wieder ein voller Erfolg. Aber was is das besondere am Starkbier Pokulator wird sich jetzt so mancher fragen.

Poculator ist ein Starkbier mit 18,4 Prozent Stammwürze und 7,2 Prozent Alkoholgehalt (helles Bier 11 % Würze, meist nicht mehr als 4,5 % Alkohol) und wird extra für dieses Fest hergestellt. Zwar nur ein einziger Kessel, aber der hat es in sich. Vor allem dunkle Malzsorten werden verwendet und im Zweimaischverfahren gebraut, erklärt Tucher-Braumeister Bernhard Wagemann gegenüber den Fuerther Nachrichten. Wie bei jedem anderen Bier werden Malz und Wasser in einen großen Kessel aufgeheizt, bei einer Temperatur von 50 Grad entnimmt der Brauer ein Drittel der Menge, kocht diesen Teil ordentlich auf und gibt ihn danach wieder zu der Menge zurück. Das ganze Spiel wird wiederholt, ehe die gesamte Masse langsam auf 72 Grad erhitzt wird, damit Enzyme die komplexen Zuckerstrukturen des Malzes soweit zersetzen können, damit die Hefe sie später in Alkohol umwandeln kann. Mit einer solchen „Sonderbehandlung“ holt man wesentlich mehr Zucker aus dem Malz heraus und erhöht so die Stammwürze. Zum Vergleich: Ein normales Bier wird nur einmal erhitzt und vor allem nicht gleich zu Beginn des Brauens.

Auch der anschließende Kochvorgang dauert beim Poculator eine halbe Stunde länger als bei anderen Bieren, wodurch mehr Wasser verdampft und der Sud somit dickflüssiger wird. Nun kommt Hopfen in den Kessel, die „Brühe“ wird gefiltert und auf ca. sechs Grad abgekühlt. Jetzt fügt man noch die Hefe zu und läßt das ganze sieben Tage im Gärkeller reifen, damit sich die Hefe vermehrt und so lange Zucker in Alkohol umwandelt, bis der Prozess von selber fast aufhört.

In den folgenden sechs Wochen gärt der Poculator noch nach und die Hefe setzt sich langsam am Grund des Gärbehälters ab. Dabei nehmen sie auch die letzten Schwebstoffe mit, so dass sich der Poculator quasi von selber reinigt. Ein normales Bier ist schon nach drei Wochen trinkfertig.

Leider ist der Genuss limitiert, denn „nur“ 150 Hektoliter ergibt der eine Sud. Wenns gar is, is Schluss. So war das beim Poculator schon immer, und so soll es auch bleiben.
(Quelle Fürther Nachrichten)

Thema: Fädd, Franken allgemein | Ein Kommentar

Poculator: Frankens Nockherberg-Antwort

Mittwoch, 21. März 2007 | Autor:

Eine fränkische Tradition wird wiederbelebt: Das „Poculator-Fest“! Bereits im vergangenen Jahr war es ein „voller“ Erfolg, und in diesem Jahr dehnten Tucher und die Comödie Fürth aufgrund des 1000. Geburtstags der Stadt Fürth das Bockbier-Fest auf drei Tage aus.

Am 16. März gab“s im Geismann-Zelt auf der Fürther Freiheit das „Politikum Gaudium“, das „Derblecken von Politikern“ oder wie man es besser auf fränkisch sagt: „Politiker bredschn“ (O-Ton Rassau).

Zusammen mit ihren Kabarett-Kollegen Klaus Karl Kraus und Bernd Händel entschieden Volker Heißmann und Martin Rassau bei anwesenden Politikern, ob diese, aufgrund ihrer Handlungen, in den Himmel oder in die Hölle kommen. Mit dabei auch Horst Müller, der wegen der Bekanntgabe des telefonischen Ausfragens durch Michael Höhenberger eine Bespitzelung von Landrätin Gabriele Pauli verhindert hatte. Er dürfte wohl in den Himmel gekommen sein. 🙂

Der Poculator lebt!

Mit Übernahme der Geismann Brauerei durch Patrizier Bräu im Jahr 1995 wurde die Produktion des würzigen Gerstensaftes eingestellt, nachdem der Geismannsaal, seit 1885 historische Kulisse für die beliebten Bockbierfeste, bereits 1982 für den Neubau des City-Centers in der Kleeblattstadt abgerissen wurde.

Is doch schön, wenn man sich bei uns fränkische Bräuche wieder aufleben lässt.

Thema: Fädd, Franken allgemein | Beitrag kommentieren